Sozialdemokratische Parteien im Ostseeraum bilden ein Netzwerk

Auf ihrer ersten "baltic sea conference" haben sich Vertreter sozialdemokratischer Parteien rund um die Ostsee am 25. und 26.8.2000 zu einer Konferenz in Roskilde, Dänemark, getroffen. Dabei kamen alle Teilnehmer überein, ihre Zusammenarbeit zu verstetige

Auf ihrer ersten „baltic sea conference“ haben sich Vertreter sozialdemokratischer Parteien rund um die Ostsee am 25. und 26.8.2000 zu einer Konferenz in Roskilde, Dänemark, getroffen. Dabei kamen alle Teilnehmer überein, ihre Zusammenarbeit zu verstetigeFür die SPD-Schleswig-Holstein nahmen Rolf Fischer, SPD-Kreisvorsitzender in Kiel und Landtagsabgeordneter, sowie Klaus Moseleit, Referent beim SPD-Landesverband teil.

Alle Teilnehmer befürworteten eine möglichst rasche Umsetzung der Osterweiterung der Europäischen Gemeinschaft, auch wenn noch schwierige Fragen zu lösen sind. Jan Andersson, MdEP aus Schweden, hob hier insbesondere die Bedeutung der Europäischen Gemeinschaft als friedenstiftenden und stabilisierenden Faktor in der Region hervor. Die dänische Ministerin, Pia Gaellerup, beschrieb das enorme wirtschaftliche Potential der Region, die alleine heute schon mehr als 2/3 der Wirtschaftskraft Japans besitze und noch immer wachse. Die Teilnehmer aus Polen sind davon überzeugt, die notwenigen Reformen für einen Beitritt in den nächsten drei Jahren umsetzen zu können. Die Vertreter der Baltischen Staaten drängten auf eine Unterstützung bei ihren Investitionen in Bildung und Infrastruktur, um insbesondere die Jugend im eigenen Land zu binden.

„Die Staaten im Ostseeraum haben alle ein großes eigenes Interesse an einer Osterweiterung der EU. Nur so kann sich die Ostsee zu einem europäischen Binnenmeer mit einem starken regionalen Wirtschaftsraum von entsprechendem Gewicht gegenüber gesamten EU entwickeln“ erklärte Rolf Fischer.

Die Teilnehmer kamen überein, daß die dänischen, schwedischen und deutschen Sozialdemokraten ihre Kolleginnen und Kollegen bei ihrer Organisationsentwicklung und bei den Wahlkämpfen unterstützen werden. „Wir werden versuchen, einen Praktikanten- und Referentenaustausch einzurichten.“ sagte Rolf Fischer zu. Außerdem werden die sozialdemokratischen Parteien ein e-mail und Internet-Netzwerk für einen schnelleren Informations- und Meinungsaustausch aufbauen.

Die nächste Konferenz wird in der ersten Hälfte von 2001 in Schleswig-Holstein stattfinden und sich mit den sozialdemokratischen Antworten auf die zentralen Fragen des 21. Jahrhunderts beschäftigen. Eine weitere Konferenz ist im Herbst 2001 in Polen geplant.

„Wir wollen mit den anderen sozialdemokratischen Parteien über die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die Fragen der demographischen Entwicklung in unseren Staaten, die Entwicklung unserer Sozialsysteme, Fragen des Umweltschutzes oder die zukünftige Energiepolitik diskutieren und nach Gemeinsamkeiten suchen.“ beschreibt Rolf Fischer die Zielsetzung des sozialdemokratischen Netzwerkes für die Zukunft, „Wir wollen von einander lernen und uns für gemeinsame Ziele stark machen. Schleswig-Holstein kann von einer starken Ostseeregion in der Europäischen Union nur profitieren