Schleswig-Holstein schneidet bei Standortentscheidung relativ günstig ab

Manfred Opel: Schleswig-Holstein schneidet bei Standortentscheidung relativ günstig ab.

Manfred Opel: Schleswig-Holstein schneidet bei Standortentscheidung relativ günstig ab.Während die Bundeswehr insgesamt um 17% reduziert wird, schneidet Schleswig-Holstein mit 12% ausgesprochen günstig ab. Das erklärte der SPD-Abgeordnete Manfred Opel. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass in Schleswig-Holstein etwa doppelt so viel Bundeswehr stationiert ist, wie im Bundesdurchschnitt, sei dies ein hervorragendes Ergebnis.
Rudolf Scharping habe sich erkennbar bemüht, möglichst wenig Standorte zu schließen. Während als Altlasten von seinem Vorgänger noch die Schließung von 47 Standorten bevorstehe, möchte er selbst nur 39 Standorte aufgeben.
Von den bundesweit verbleibenden 598 größeren Standorten sind 519 von der Stationierungsplanung nicht wesentlich betroffen.
In Schleswig-Holstein werden von den verbleibenden 40 größeren Standorten mit über 50 Dienstposten nur 7 geschlossen. Außerdem werden 4 Standorte deutlich reduziert.
Diese Reduzierung trifft insbesondere Neumünster und Schleswig. Dort gilt es nach den Worten von Manfred Opel, Verbesserungen zu erreichen. Insbesondere die Schleswiger Pioniere werden im Katastrophenfall dringend gebraucht. Eine Schließung oder Verlegung entspricht folglich nicht dem objektiven Bedarf. In Neumünster ist die Aufgabe des Standortes mit besonderen infrastrukturellen Nachteilen verbunden. Da gilt es zu überlegen, ob es nicht Alternativen gibt. Das ist im Zusammenhang mit Boostedt zu sehen.

Besonders schmerzlich empfunden wird die Absicht, die Standorte Hohenlockstedt (Hungriger Wolf) und List auf Sylt zu schließen.
Die Heeresflieger in Hohenlockstedt sind für den Katastrophenschutz von besonderer Bedeutung. Deren Aufgabe kann die Marine aus Nordholz wegen Überlastung nicht mit übernehmen. Auch die Flugzeiten für Hubschrauber aus Fassberg sind im Katastrophenfall zu lang. Deshalb, so Manfred Opel, gebe es zu den Heeresfliegern in Hohenlockstedt keine Alternative. Außerdem sei der Standort Fassberg, der die Aufgaben des Hungrigen Wolfs mit übernehmen soll, ohnehin bereits zu dicht belegt.

Wir müssen gemeinsam alles daran setzen, den Standort Hohenlockstedt zu erhalten, bekräftigt Manfred Opel.
Die Marineversorgungsschule in List ist aus regionalpolitischen aber insbesondere aus Katastrophenschutz-Gründen außerordentlich wichtig. Zumindest die logistische und die Kochausbildung muss daher auf List erhalten bleiben. Obgleich List bis 2007 bestehen bleiben soll, ist eine Verlegung nach Plön wegen der damit verbundenen Kosten abzulehnen.
Besonders erfreulich ist es, dass der Standort Jagel/Schleswig gesichert werden konnte. Vor allem aus Bayern gab es massive Einflussnahmen, Memmingen zu erhalten und statt dessen Jagel zu schließen.
Ebenso gewinnt Husum als Bundeswehrstandort noch dazu. Es ist geplant, zusätzliche Aufgaben nach Husum zu verlagern.
Auch die Erhaltung des Standortes Seeth ist nach den Worten von Manfred Opel von herausragender Bedeutung. Hier hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass regionalpolitische Erwägungen eindeutig für Seeth sprechen.
Zu begrüßen ist ebenfalls die Entscheidung zugunsten von Stadum/Leck. Dafür wird Wangerland aufgelöst.
Schließlich ist die Lösung, die für die Wehrbereichs-Verwaltung I und das Wehrbereichs-Kommando I in Kiel getroffen wurde,nach Meinung von Manfred Opel ein tragfähiger Kompromiss. Allerdings muss die Außenstelle der Wehrbereichs-Verwaltung I, die in Kiel bleibt, eigenständige Entscheidungskompetenz erhalten.
Zusammenfassend erklärte Manfred Opel, dass sich das Katastrophen-Geschrei der CDU einmal mehr als bloße Angstkampagne erwiesen habe. Die Reform zeuge von Entscheidungen mit Augenmaß.
Für die Landesregierung und die Bundestagsabgeordneten besteht aber noch die Aufgabe, nach Verbesserungen zu suchen. Die Landesgruppe der SPD-Abgeordneten wird die Landesregierung dabei nach Kräften unterstützen.