AG 60plus empört über Vorschläge zur Altersbegrenzung medizinischer Leistungen

Anlässlich der Kreiskonferenz der AG 60plus in Meldorf am 10. Juni 2003 hat der schleswig-holsteinische Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft 60plus, Detlef von Schlieben, erklärt:

Anlässlich der Kreiskonferenz der AG 60plus in Meldorf am 10. Juni 2003 hat der schleswig-holsteinische Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft 60plus, Detlef von Schlieben, erklärt:


„Die Würde des Menschen ist unantastbar“
Artikel 3 GG


„Wir sind empört über den Beitrag in der Sendung „Report“ vom 2. Juni und entsetzt über die dort geforderte Altersgrenze für medizinische Leistungen. In der Magazinsendung hatten der Wirtschaftswissenschaftler Breyer und der Theologe Wiemeyer – völlig unethisch – gefordert, bei der Behandlung von Senioren eine Altersgrenze von 75 Jahren einzuführen. Jenseits dieser Grenze sollten keine teuren Behandlungen wie Dialyse und aufwendige Operationen bezahlt werden.


Von Schlieben zeigte sich zutiefst beunruhigt darüber, dass aus reinen Kostenerwägungen solche menschenverachtenden Vorschläge gemacht werden und fordert die beiden Wissenschaftler auf, ihre Positionen zu überdenken und sich öffentlich von der Sendung zu distanzieren. Detlef von Schlieben freut sich, dass Ulla Schmidt als zuständige Ministerin solchen Bestrebungen eine unmissverständliche Absage erteilt hat. Er begrüßt außerdem die deutliche Distanzierung der Deutschen Bischofskonferenz.


„Im Übrigen“, so von Schlieben, „ist die Art und Weise der Darstellung dieses Themas durch „Report“ eine Provokation und die übelste Art der Diskriminierung von älteren Menschen!“ Nicht die Alten sind die teuren Patienten! Studien zeigen, dass 90 Jahre alte Patienten im Vergleich zu 65-Jährigen nur die Hälfte an Leistungen in Anspruch nehmen.“