Gerhard Schröder gibt Parteivorsitz ab

Zum Wechsel im SPD-Parteivorsitz erklärten Heide Simonis und Claus Möller in einem Pressegespräch heute (6.2.) in Kiel:

Zum Wechsel im SPD-Parteivorsitz erklärten Heide Simonis und Claus Möller
in einem Pressegespräch heute (6.2.) in Kiel:

Heide Simonis:
„Gerhard Schröder hat als Bundeskanzler eine Aufgabe übernommen, die jahrzehntelang liegen geblieben ist. Es geht um nicht weniger, als um die Zukunft dieses Landes. Er hat mit der Agenda 2010 die Richtung vorgegeben, wie Deutschland zukunftssicher gemacht werden kann. Deren weiteren Umsetzung und die nächsten Reformschritte sind auch weiterhin eine Herkulesaufgabe. Ich habe großes Verständnis dafür, dass Gerhard Schröder sich nun voll und ganz auf die Aufgaben als Bundeskanzler konzentrieren will. Das wird den Menschen und dem Land zugute kommen. Die Arbeit eines SPD-Vorsitzenden erfordert über das Begleiten des Regierungshandelns auch weitere Aktivitäten und
Perspektiven für die Zukunft. In schwierigen Zeiten, wo viele Parteiaustritte und schlechte Umfragewerte die Parteibasis verunsichern, ist eine Parteiführung die sich stärker auf die Parteiarbeit konzentrieren kann, notwendig und sinnvoll. Franz Müntefering genießt in der SPD über alle Strömungen hinweg hohes Ansehen. Ich werde seine Kandidatur unterstützen.
Gerhard Schröder und Franz Müntefering sind seit Jahren ein gutes Team und ich bin mir sicher, dass sie im Tandem dafür sorgen, dass es mit der SPD-Politik auf Bundesebene wieder aufwärts geht! Wir in Schleswig-Holstein haben mit der Trennung von Regierungsamt und Parteiamt nur gute Erfahrungen gemacht.“

Claus Möller erklärte:
„Als mittelfristige Perspektive habe ich die Trennung der Ämter des SPD-Parteivorsitzenden und des Bundeskanzlers für sinnvoll gehalten und befürwortet. Damit haben wir in Schleswig-Holstein seit langer Zeit gute Erfahrungen. Ich habe die Wiederwahl von Gerhard Schröder auf dem
Bundesparteitag im November in Bochum unterstützt. Insofern kommt die heutige Entscheidung überraschend. Franz Müntefering ist in der jetzigen Lage der Partei der richtige Mann zur richtigen Zeit. Der Beifall für ihn
auf dem Bundesparteitag hat gezeigt, dass Müntefering die Seele der SPD trifft.
Die schleswig-holsteinische SPD steht hinter dem Reformkurs der Bundesregierung, aber wir sind der Meinung, dass der rote Faden der sozialen Gerechtigkeit künftig stärker sichtbar werden muss.“