Neuer Landesvorstand der schleswig-holsteinischen Jungsozialisten

Die Jungsozialisten (Jusos) Schleswig-Holstein haben einen neuen Landesvorstand. Auf der Landeskonferenz am Wochenende in Bad Oldesloe ist der Stormarner Kreisvorsitzende Thorsten Nissen zum neuen Landesvorsitzenden gewählt worden. Der 24jährige Student aus Ahrensburg, der seit März 2003 für die SPD auch dem Stormarner Kreistag angehört, setzte sich mit 43 zu 20 Stimmen klar gegen einen Mitbewerber durch.

Weitere Mitglieder des neuen Landesvorstandes sind Schatzmeister Jörg Ludolph (26 Jahre, Student/Rendsburg-Eckernförde) und die stellvertretenden Vorsitzenden Knud Andresen (22 Jahre, Student/Kiel), Jessica Kummerfeldt (22 Jahre, Auszubildende/Neumünster), Daniela Löhr (22 Jahre, Auszubildende/Kiel), Dennis Meironke (25 Jahre, Angestellter/Lübeck) und Anna Struck (16 Jahre, Schülerin/Rendsburg-Eckernförde).

Mit Thorsten Nissen an der Spitze werden die Jusos Schleswig-Holstein neuen Schwung bekommen. Trotz bundesweiter negativer Stimmung für die SPD ist es ihrer Jugendorganisation im vergangenen Jahr gelungen, die Mitgliederzahl zu verbessern. „Wir haben mehr Nachwuchs“ freut sich der neue Landesvorsitzende. Die Jusos sind ein diskussionsfreudiger Jugendverband, der über ein aktives Netzwerk vor Ort und in den Kreisen verfügt. „Politische Arbeit macht Spaß!“ sagt Nissen.

Inhaltlich haben sich die Jusos für dieses Jahr einiges vorgenommen. „Wir wollen dafür kämpfen, dass jeder Schulabgänger in Schleswig-Holstein einen Ausbildungsplatz erhält“ kündigt der neue Landesvorsitzende an. Ebenso solle sehr intensiv über die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme unter dem Aspekt der Generationengerechtigkeit diskutiert werden.

Aktuell auf der Tagesordnung steht jedoch das Thema Bildung, welches auf dem Landesparteitag in Norderstedt am 7. März diskutiert werden soll. Die Jusos werden sich weiter in die Debatte einmischen und entscheidende Impulse in die Gremien der SPD liefern, wie auch ihre Umsetzung anmahnen.

Die Jusos setzen in ihrem Bildungskonzept darauf, das dreigliedrige Schulsystem weitreichend zu reformieren. „Es geht darum, den Missständen, die unter anderem in der Pisa-Studie aufgezeigt wurden, endlich mit durchdachten Konzepten zu begegnen“ erklärt der bildungspolitische Sprecher des Juso-Landesverbandes Knud Andresen. Die Kindergärten müssten gestärkt werden, sodass Kinder Schlüsselkompetenzen erwerben können, die für ihre Grundschulzeit von Wichtigkeit sind. Die Jusos setzen auf die Integration schwächerer Schüler und sprechen sich gegen zuviel Selektierung aus. Des weiteren soll die Hauptschule durch Aufwertung des Abschlusses gestärkt werden.

Deutlich Position beziehen die Jusos zur Forderung des Kieler Landtagsabgeordneten Jürgen Weber nach dem Studienkontenmodell. Knud Andresen dazu: „Das Studienkontenmodell ist ineffizient und verstärkt soziale Ungerechtigkeiten. Die SPD Schleswig-Holsteins hat dieses Konzept bereits einmal abgelehnt und wird es nötigenfalls auch wieder tun.“