HE!DE direkt: eine starke Ministerpräsidentin

Poul Nyrup Rasmussen als Überraschungsgast auf Schloss Gottorf

Poul Nyrup Rasmussen als Überraschungsgast auf Schloss Gottorf

150 Zuhörer waren am 25. Januar in den kleinen Hirschsaal auf Schloss Gottorf gekommen. Ein stimmungsvoller Veranstaltungsort, der Ministerpräsidentin Heide Simonis noch gut vertraut ist vom Besuch des russischen Präsidenten Putin, der gemeinsam mit Bundeskanzler Schröder der Residenzstadt Schleswig im Dezember einen Besuch abgestattet hatte.

Prominenz war auch wieder unter den Gästen. Neben den beiden örtlichen Abgeordneten Holger Astrup und Anna Schlosser-Keichel ist der amtierende Vorsitzende der SPE und frühere dänische Ministerpräsident Poul Nyrup Rasmussen zur Unterstützung angereist. Nachdem in einer Diashow die Stationen von Heide Simonis Arbeit als Ministerpräsidentin nachgezeichnet wurden, betrat sie gemeinsam mit Rasmussen den Veranstaltungssaal. Schon zum Einmarsch Standing Ovations, die Stimmung ist – wie überall bei den Auftritten quer durchs Land- fast überschwänglich. Im Publikum sieht man viele rote Schals, das Markenzeichen der diesjährigen Wahlkampagne.

Moderator Holger Pfandt empfing die beiden auf der Bühne und geleitete Simonis gleich an einen gedeckten Esstisch, der vor Windrädern und Bauernhäusern auf der Bühne aufgebaut wurde. Die Gesprächsthemen reichen von der Zeit als Simonis gemeinsam mit ihrem Mann Udo, der sie an diesem Abend sogar persönlich begleitet hatte, in Sambia Entwicklungshilfe geleistet hat, bis hin zur Schulpolitik, wo Simonis auf die Erfolge skandinavischer Bildungspolitik mit ihrem Konzept eines längeren gemeinsamen Lernens verweisen konnte.

Diesen Ball griff denn auch Paul Nyrup Rasmussen gerne auf. Schleswig-Holstein sei unter Heide Simonis immer ein wichtiger Partner für Dänemark gewesen. Gerne ergreife er deshalb Partei für Heide, denn sie verkörpere ein wichtiges Stück auch europäischer Sozialdemokratie. Rasmussen betonte, dass der Weg, den Deutschland und den Schleswig-Holstein unter der SPD-Regierung gehe, auch aus europäischer Sicht der richtige sei, um zukünftig wieder Arbeit und Wachstum zu schaffen. Für diese sozialdemokratischen Visionen erhielt er viel Beifall aus dem Publikum.

Nach eineinhalb Stunden ging ein sehr unterhaltsamer Abend zu Ende, den die Schleswiger ihren prominenten Gästen mit lang anhaltendem Beifall dankten. Sie sei froh, dass der Wahlkampf dieses mal nicht aus Frontalunterricht bestehe, sagt Simonis später in einem Interview. Das lockere Gespräch liege ihr unzweifelhaft mehr, als die große Rede zu schwingen.