SPD-Umweltforum bedauert Atompolitik der Gewerkschaften

Offener Brief an verdi und IGBCE

Offener Brief an verdi und IGBCE

Das umweltforum der SPD Schleswig-Holstein hat die Initiative von verdi und IGBCE bedauert, gemeinsam mit großen Stromkonzernen für eine Verlängerung der Restlaufzeiten der deutschen Atomkraftwerke und eine Lockerung der Klimaschutzpolitik einzutreten. In einem offenen Brief an die Gewerkschaftsvorsitzenden Frank Bsirske und Hubertus Schmoldt heißt es:

„Es war ein mühsamer und langer Prozess in der SPD und in den Gewerkschaften bis die Erkenntnis Allgemeingut wurde, dass die Atomenergie keine Zukunft hat. Es war ein mühsamer und langer Prozess, bis die rot-grüne Koalition in Berlin in Verhandlungen mit der Stromindustrie die Restlaufzeiten der Atomkraftwerke begrenzen konnte. Die Argumente dafür müssen nicht wiederholt werden. Sie sind nach wie vor gültig: Große Sicherheitsrisiken, keine gesicherte Endlagerung der radioaktiven Abfälle, eine Großtechnologie, die eine zukunftsfähige dezentrale Versorgungsstruktur verhindert.

Als Gewerkschaftsmitglieder in der SPD empört uns der Rückfall in die Steinzeit der Energiepolitik und das Bündnis von Arbeitnehmerorganisationen mit den Stromkonzernen gegen die Verhandlungsposition der Sozialdemokraten bei den Berliner Koalitionsverhandlungen. Wir werden daraus unsere Konsequenzen ziehen. Wir wollen mit unseren Beiträgen nicht die Atompolitik von vorgestern fördern. Wir sind sicher, dass viele unserer Kolleginnen und Kollegen genauso denken wie wir.“

Der offene Brief wurde unterzeichnet von

Stefan Bolln, umweltpolitischer Sprecher des SPD-Landesvorstands

Konrad Nabel, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion

Eckart Kuhlwein, Geschäftsführer des umweltforums