Willi Piecyk: Aus Tschernobyl lernen heißt Atomausstieg vorantreiben!

Anlässlich des 20. Jahrestages des Super-GAUs in Tschernobyl warnt der SPD-Europaabgeordnete Willi Piecyk vor einer Diskussion über eine Renaissance der Atomkraft:

„Tschernobyl hat uns vor 20 Jahren demonstriert, dass die vermeintlich sichere Technologie mit gravierenden Sicherheitsrisiken verbunden ist. Es gibt daher keine verantwortbare Alternative zum Ausstieg aus der Kernenergie und dem gezielten Ausbau der Energie aus Erneuerbaren Ressourcen.“

In Anbetracht des Lobbyierens mancher CDU-Politiker und Teile der Industrie für die Atomenergie mahnt der Europaabgeordnete, die Folgen der Tschernobyl-Katastrophe nicht zu vergessen. „Der Unfall brachte unbeschreibliches Leid. Viele tausend Menschen starben und sterben noch heute an den Folgen der Strahlung. 350.000 Menschen mussten evakuiert und umgesiedelt werden. Regionen sind für Generationen unbewohnbar. Die Folgen können noch längst nicht abschließend beurteilt werden. Die Lehre aus Tschernobyl kann daher nur sein, dass eine Technologie, die bei menschlichem oder technischem Versagen, alles Leben beeinträchtigt, schädigt, zerstört und tötet, keine Technologie der Zukunft sein kann und darf. Aber selbst ohne den größten anzunehmenden Unfall, werden wir den zukünftigen Generationen ein strahlendes Erbe hinterlassen.

Allein der bereits produzierte radioaktive Atommüll, für den es weltweit noch kein sicheres Endlager gibt, ist eine unerträgliche Belastung. Jede weitere Verlängerung von Laufzeiten, würde das unkalkulierbare Risiko erhöhen und weder dem Klima noch der Geldbörse der Verbraucher nutzen, sondern lediglich den Atomkraftbetreibern“.

Für den SPD-Europaabgeordneten steht fest, dass in einer nachhaltigen Energiepolitik Atomkraft keinen Platz hat. „Elektrizität aus Sonne, Wind, Erdwärme, Pflanzen und biologischen Abfällen kann bis 2023 – dem letzten Ausstiegsjahr aus der Kernenergie in Deutschland – nicht nur den abgeschalteten Atomstrom, sondern auch weitere fossile Energieträger ersetzen. Eine Renaissance der Atomenergie würde zwangsläufig sowohl diese als auch Investitionen in CO2-freie Kohlekraftwerke und effizientere Gas- und Dampfkraftwerke behindern und unsere Energieversorgung der Zukunft gefährden.“

Piecyk erklärte abschließend: „Der von der Europäischen Union eingeschlagene Weg einer klaren EU-weiten Strategie zur Förderung Erneuerbarer Energien, der Energieeffizienz und – einsparung muss konsequent verfolgt werden.