SPD-Umweltpolitiker warnen vor Ausverkauf der Seen

Stefan Bolln kündigt "politischen Widerstand" an

Stefan Bolln kündigt „politischen Widerstand“ an

Die Umweltpolitiker der schleswig-holsteinischen SPD warnen die Landesregierung vor einem „Ausverkauf“ der landeseigenen Seen an Kommunen, Fischereiverbände oder private Interessenten.



Nach einer Tagung des „umweltforums“ der Partei erklärte der umweltpolitische Sprecher des SPD-Landesvorstands, Stefan Bolln (Barmstedt), dass damit Naturschutz und Gewässerökologie gefährdet werden könnten. Für Schleswig-Holstein als Tourismusland mit dem „Standortfaktor intakte Natur“ müssten Belange des Allgemeinwohls an allererster Stelle stehen.



Die neun Seen in den Kreisen Plön und Ostholstein, die jetzt zunächst durch eine Vorabfrage des Staatlichen Umweltamts Kiel den Anliegergemeinden angeboten würden, gehörten zum Naturerbe des Landes. Wenn Kommunen sich ernsthaft dafür interessierten, sei der Wechsel des

Eigentümers kein großes Problem. Ein Verkauf an private Fischerei-Interessierte würde jedoch die vorhandene Tier- und Pflanzenwelt gefährden, weil sich die Nutzung der Seen verändern würde.

Das Land verliere außerdem einen großen Teil seiner Einflussmöglichkeiten auf die Gewässerökologie.



Nach Auffassung des SPD-Umweltforums müsse der Verkauf des „schleswig-holsteinischen Tafelsilbers“ gestoppt werden. Die Rettung der europäischen Naturschätze habe in Zeiten des schnellen Klimawandels eine besondere Bedeutung. Die notwendige nachhaltige Bewirtschaftung der Natur, und hier insbesondere der Seen, sei durch die öffentliche Hand besser zu gewährleisten als durch Privatisierungen. Kurzfristige Einnahmen für den

Landeshaushalt müssten gegen langfristige negative Folgen aufgerechnet werden. Bolln: „‚Das Land ist bei unserem Naturerbe in der Pflicht. Wir werden gegen den Ausverkauf politischen Widerstand leisten.“