Stegner: Drei gebührenfreie Kita-Jahre einzig richtiges Vorgehen

DIW-Studie zur Gebührenfreiheit für Kindergärten

DIW-Studie zur Gebührenfreiheit für Kindergärten

„Wir sind mit unserem Stufenplan für drei beitragsfreie Kindergartenjahre genau auf dem richtigen Weg. In den Gesprächen mit der CDU werden wir alles daran setzen, dass wir gleich von Anfang an die sozial- und bildungspolitisch richtige Lösung einführen und keine Kompromisse, die pädagogisch nichts bringen.“ Das erklärte der SPD-Landesvorsitzende Dr. Ralf Stegner zu der aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), in der erstmals bundesweit die Auswirkungen der sozialen Herkunft und des Kindergartenbesuchs auf die Schulreife untersucht wurden. Das Berliner Institut kommt darin zu dem Ergebnis, dass nur ein einziges Kindergartenjahr kaum positive Effekte für die Schulreife habe. Nur ein dreijähriger Kita-Besuch reiche aus, um Kinder aus bildungsfernen Schichten angemessen auf die Schule vorzubereiten und damit einen erfolgreichen Schulstart für alle zu ermöglichen.


„Natürlich ist das finanzpolitisch eine ganz große Anstrengung. Aber wer den Blick über den Tellerrand wirft, der weiß dass die sozialen Folgekosten unzureichender Bildung z.B. durch spätere Arbeitslosigkeit für die Gesellschaft weitaus höher sind als die richtigen Investitionen am richtigen Ort und zur richtigen Zeit. Wir stehen hier vor einer Entscheidung, die von der Großen Koalition großen Mut erfordert. Wir sind bereit zu einem großen Schritt Richtung mehr Bildungsgerechtigkeit“, so Stegner. Die SPD hat vorgeschlagen, in einem Stufenplan in den Jahren 2009, 2011 und 2013 den Besuch von Kitas schrittweise beitragsfrei zu stellen.

In diesem Zusammenhang hatte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave am 23. April im Landtag gesagt: Gerade wegen der heutigen Haushaltssituation ist es geboten, dass wir stärker in das wichtigste Potential investieren, dass wir in Schleswig-Holstein haben: nämlich in die Menschen, die hier leben, in ihre Bildung, in ihre Zukunftschancen. Wir sollten dieses Thema deshalb nicht unter dem Aspekt einer zusätzlichen Last, sondern unter dem Aspekt einer Investition diskutieren.“


Die DIW-Studie kommt zu dem Schluss, dass ohne ausreichende Kita-Förderung, Kinder aus bildungsfernen Familien und Kinder mit Migrationshintergrund überproportional häufig Entwicklungsdefizite aufweisen. Die Wahrscheinlichkeit einer Rückstellung vom Schulbesuch sinke bei diesen Kindern, die bereits drei Jahre einen Kindergarten besucht haben, von 50 auf 13 Prozent.


„Die Ergebnisse dieser Studie, die die Auffassung vieler Fachleute bestätigt, kann man einfach nicht ignorieren. Wir müssen so schnell wie möglich zu drei beitragsfreien Kindergartenjahren kommen“, sagte Stegner.


Hinzukomme, dass die SPD grundsätzlich den Kita-Besuch als Teil des Bildungssystems sehe und damit gebührenfrei machen wolle. Grundsatz der SPD sei, dass das Portemonnaie der Eltern nicht über die Bildungschancen der Kinder entscheiden dürfe.