Ralf Stegner: Auch Klimaschutzargumente machen Atomkraft nicht ungefährlich

Zum „neuen Atomkonsens“ von Wirtschaftsminister Austermann erklärt der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Ralf Stegner:


Eine Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke steht für die SPD nicht zur Debatte. Es gibt kein einziges neues Argument für Atomkraft. Sie ist und bleibt gefährlich und teuer, und die Endlagerung von jahrtausendelang strahlendem Atommüll ist weltweit ungeklärt und hoch problematisch. Somit hält Minister Austermann an veralteten Techniken fest und macht sich für die großen Energiekonzerne stark, denn die Atomlobby ist der Gewinner, wenn alte, steuerlich abgeschriebene Anlagen weiterbetrieben werden. Die angeführten „neuen“ Argumente wie angeblicher Klimaschutz sind an den Haaren herbeigezogen.


Bei der Atomenergie entsteht durch Uranabbau und Bau ebenfalls CO2. Darüber hinaus werden die Folgekosten für die Entsorgung sehr hoch, hinzu kommen die Schäden in den Uranabbaugebieten durch Kontaminierung des Grundwassers und der Böden und das erhöhte Krebsrisiko. Ganz zu schweigen von den Folgen eines GAUs wie 1986 in Tschernobyl.


Der sicherste Weg, um dauerhaft Preisexplosionen gegenzusteuern, ist, von den fossilen Rohstoffen unabhängig zu werden und Strom aus regenerativen Energien, verbunden mit Kraft-Wärme-Kopplung, zu gewinnen. Regenerative Energien sind sicher und überall verfügbar.


Der doppelte Ausstieg zunächst aus der Atom-, dann etwas später aus der Kohleenergie und eine Reduzierung der anderen fossilen Brennstoffe sind möglich. Es gibt deshalb keinen Anlass für den Ausstieg aus dem Ausstieg und mit der SPD ist so etwas auch politisch nicht verhandelbar!