Innovationen statt Atomkraft!

Der umwelt- und energiepolitische Sprecher des SPD-Landesverbandes Stefan Bolln kommentiert einen Auftritt des schleswig-holsteinischen CDU-Wirtschaftsministers Marnette in Berlin.

Der umwelt- und energiepolitische Sprecher des SPD-Landesverbandes Stefan Bolln kommentiert einen Auftritt des schleswig-holsteinischen CDU-Wirtschaftsministers Marnette in Berlin.

Auf der Mitgliederversammlung des „Forums für Zukunftsenergien“ hat der schleswig-holsteinische CDU-Wirtschaftsminister Marnette am 15.09. in der Landesvertretung Schleswig-Holsteins über den Beitrag des Landes zu einer nationalen Klima- und Energiepolitik gesprochen und dabei keine glückliche Figur abgegeben. Seine Aussagen entsprachen im Kern denen, wie sie auch Vertreter von Energiekonzernen oder Atomlobbyisten hätten machen können.

Laut den Aussagen des Ministers bestünde Schleswig-Holsteins Beitrag im Wesentlichen aus verlängerten Laufzeiten für Atomkraftwerke, dem Bau neuer Kohlekraftwerke und der unterirdischen Speicherung von C02. Energieeinsparung und erneuerbare Energien würden nicht reichen, um eine vermeintliche Stromlücke zu vermeiden und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Wirtschaftsminister Marnette sollte zur Kenntnis nehmen, dass zurzeit soviel Strom exportiert wird wie noch nie und dies obwohl vier Atomkraftwerke längere Zeit nicht am Netz waren. Darüber hinaus wurde der erneuerbar erzeugte Strom nicht vollständig nutzbar gemacht, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Statt weiter auf endliche Energie zu setzen und die Propaganda der Energiekonzerne zu wiederholen, sollte der Minister durchsetzen, dass Erneuerbare Energie auch in das Stromnetz eingespeist wird. Der Windbranche entstand in diesem Jahr schon ein Millionenschaden, weil der Netzbetreiber die von den Windmüllern erzeugte Energie nicht einspeisen konnte. Sinkende Einnahmen an dieser Stelle bedeuten weniger Steuern und weniger Arbeitsplätze.

Die derzeit hohen Energiepreise für die Verbraucher sind in erster Linie ein Resultat einer normal funktionierenden Marktwirtschaft: Knappe Güter wie Uran, Öl, Gas und auch Kohle steigen im Preis und werden auf Sicht gesehen stetig teurer. Unendlich viel Energie aus Sonne, Wind und Wasserkraft steht uns enorm günstig zur Verfügung. Hier gilt es jetzt mutig die Weichen zu stellen, um schnellstmöglich eine Unabhängigkeit von den knappen fossilen Brennstoffen zu erreichen.

Die Atomkraft als Heilsbringer für niedrige Strompreise oder den Klimaschutz heran zu ziehen ist absurd. Jahrzehnte lang mussten die Steuerzahler die Atomkraft subventionieren, nur so konnte Atomstrom günstig produziert werden. Auch in den kommenden Jahrzehnten, vermutlich Jahrhunderten und Jahrtausenden wird die öffentliche Hand zahlen müssen, um die Endlagerung atomaren Mülls sicherzustellen. Die Gewinne aber streichen alleinig die großen Energiekonzerne ein, z.B. mit dem teuren Verkauf billig-subventionierten Atomstroms aus abgeschriebenen Atommeilern. Der Beitrag der Atomkraft zur Einsparung des Klimakillers CO2 wird in Fachkreisen als sehr gering eingeschätzt. Zudem bremst das Festhalten an der Atomkraft Innovationen im Bereich der regenerativen Energien und der Energieeinsparung aus.

Bei der CO2- Abspaltung und Speicherung steht man erst am Anfang der Forschung. Wie nach dem Desaster der Atommülllagerung die CO2-Lagerung sicher funktionieren soll, bleibt abzuwarten. Milliarden an Forschungsgeldern für die Endlagerung des Atommülls waren für eine sichere Lösung bisher leider nicht ausreichend. Erneut jahrzehntelang Unmengen an Steuergeldern für eine Sackgassentechnologie auszugeben wäre falsch. Dieses Geld sollte zur Erforschung und dem Ausbau regenerativer Energien genutzt werden.

Ob Schleswig-Holstein CO2-Müll aus Kraftwerken in die Erde pumpen wird, sollen die Bürger mit entscheiden. Unser Land als CO2-Müllkippe der Nation? Wir sagen: Nein Danke!