Leiharbeit gestalten – Missbrauch zurückdrängen

Die JungsozialistInnen und die AfA in der SPD wollen eine gemeinsame Initiative zur Besserstellung von LeiharbeitnehmerInnen in den Betrieben starten.

Die JungsozialistInnen und die AfA in der SPD wollen eine gemeinsame Initiative zur
Besserstellung von LeiharbeitnehmerInnen in den Betrieben starten.

Aus Sicht der Jusos und der AfA ist ein fairer, allgemeinverbindlicher Mindestlohn für die

Leiharbeitsbranche längst überfällig.

Im Nachgang zur ordentlichen Landeskonferenz der AfA, am 31.01.2009 in Rendsburg, erklären der Landesvorsitzende der AfA, Wolfgang Mädel, und die Landesvorsitzende der

Jusos Schleswig-Holstein, Anne-Christin Heinrich: „Gleiche Arbeit muss endlich auch gleich bezahlt werden! Es kann nicht sein, dass Menschen in Betrieben für Arbeiten eingesetzt werden, die genau derjenigen entsprechen, die der oder die Festangestellte verrichtet, dass sie noch größeren Risiken den Arbeitsplatz zu verlieren ausgesetzt sind wie ihre KollegInnen und dazu noch ein gravierender Unterschied auf dem Lohnzettel zu finden ist. Leiharbeit ist ein legitimes Mittel für Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt. Dieses muss jedoch in vernünftigen gesetzlichen Schranken gehalten werden: Wer sowieso schon ein erhöhtes Risiko trägt, darf nicht zusätzlich auch noch schlechter bezahlt werden als die Stammbelegschaft.“

Anne-Christin Heinrich fügt an: „Ich freue mich darüber, wie das Thema „Leiharbeit“ von der AfA diskutiert wird. In den letzten Jahren wurde das einstmals regulierte Mittel „Leiharbeit“ immer weiter geöffnet. Keine Höchstdauer mehr, kein Synchronisierungsverbot mehr, dafür aber in vielen Betrieben schlechtere Bezahlung, schlechtere Behandlung, keine Mitbestimmungsrechte, mangelnder Arbeitsschutz. Der Mensch darf endlich nicht mehr als Mittel zum Zweck gesehen werden, sondern muss als schützenswertes Individuum im Arbeitsmarkt betrachtet werden!“

Darüber hinaus fordern die beiden Arbeitsgemeinschaften grundlegende Änderungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG):

– Der Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ muss gelten.

– Die maximale Verleihzeit an einen Betrieb muss wieder begrenzt werden.

– Zudem muss das sogenannte Synchronisationsverbot wieder in das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz aufgenommen werden.

– Der oftmals nur auf dem Papier geltende Gleichstellungsgrundsatz für LeiharbeitnehmerInnen muss ohne Abstriche durchgesetzt werden. Dazu gehört insbesondere, dass für LeiharbeiterInnen die gleichen Tarife und Leistungen z.B. bei Betriebsrenten, Abfindungen

oder Weiterbildung gelten wie für die übrigen ArbeitnehmerInnen des Unternehmens.


Die Arbeitsgemeinschaften der Jusos und der ArbeitnehmerInnen wollen auch in Zukunft für mehr soziale Gerechtigkeit auch in der Arbeitswelt kämpfen.