Wer „Equal Pay“ will, darf sich vor gesetzlichen Regelungen nicht drücken!

Zum diesjährigen „Equal Pay Day“ erklären der schleswig-holsteinische SPD-Landesvorsitzende Ralf Stegner und die Landesvorsitzende der AsF (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen), Cornelia Östreich:

Zum diesjährigen „Equal Pay Day“ erklären der schleswig-holsteinische SPD-Landesvorsitzende Ralf Stegner und die Landesvorsitzende der AsF (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen), Cornelia Östreich:

„Der ‚Equal Pay Day’ ist eine Gedächtnisstütze, dass Deutschland am Abbau seiner frauendiskriminierenden Lohnstrukturen arbeiten muss; er kann aber konkretes politisches Handeln nicht ersetzen.

Auskömmliche Mindestlöhne in allen Berufsbereichen, mehr Frauen in Aufsichtsgremien, Kontrollen gegen diskriminierende Tarifverträge, endlich Steuergerechtigkeit zwischen Männern und Frauen sowie ein verstärkter Ausbau der Kinderbetreuung – das sind unsere Lösungsansätze, um gleiche Bezahlung für Frauen zu erreichen. Das waren im Übrigen auch die Ansätze, mit denen andere europäische Staaten mehr Entgeltgleichheit zwischen den Geschlechtern erreicht haben. Es ist uns daher unbegreiflich, warum Ursula von der Leyen, Angela Merkel und der konservative Koalitionspartner sich an dieser Stelle komplett verweigern. Wer ‚Equal Pay’ will, darf sich vor gesetzlichen Regelungen nicht drücken!

In kaum einem anderen europäischen Staat ist die Gehaltskluft zwischen Männern und Frauen mit 23% so tief wie hierzulande. Der Durchschnitt in der EU liegt bei 15%, wobei einzelne Länder fast bereits Entgeltgleichheit zwischen den Geschlechtern erreicht haben.

Dabei ist gendergerechte Entlohnung keineswegs eine statistische Spielerei:

Ein großer und ansonsten ungerechtfertigter, nur auf dem Geschlecht beruhender Lohnabstand schaffe schwerwiegende soziale, ökonomische und auch politische Probleme. So hat eine frauenpolitische Große Anfrage der SPD-Landtagsfraktion unlängst einen engen Zusammenhang zwischen Beziehungsgewalt und wirtschaftlicher Abhängigkeit vom Partner bestätigt. Kinderarmut kann nicht wirksam bekämpft werden, wenn den Müttern ein existenzsicherndes Einkommen verwehrt bleibt. Und seitdem die Reform des Unterhaltsrechts in konkrete Urteile umgesetzt werde, sei das „Ernährermodell“, mit dem die höheren Löhne der Männer traditionell verteidigt wurden, für alle sichtbar überholt.

In diesem Jahr wird zum zweiten Mal in Deutschland der 20. März als „Equal Pay Day“

begangen. Dabei handelt es sich um einen internationalen Aktionstag zur Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern, den es unter anderem bereits in den USA und in Belgien gibt. Das Datum 20. März bezeichnet symbolisch die Zeit, die eine Frau nach Ablauf eines Jahres länger arbeiten muss, um genauso viel zu verdienen wie ihr männlicher Kollege in den zwölf Monaten davor.“