Ulrike Rodust: „Mehr Rechte für Bus- und Schiffsreisende“

Straßburg: Nach dem Willen des Europäischen Parlaments sollen die Rechte, die Flugreisende in der EU bereits genießen, künftig auch für Bus- und Schiffsreisende gelten.

Straßburg: Nach dem Willen des Europäischen Parlaments sollen die Rechte, die Flugreisende in der EU bereits genießen, künftig auch für Bus- und Schiffsreisende gelten.

Mit 587 zu acht Stimmen, bei 19 Enthaltungen sprachen sich die Parlamentarier am Donnerstag in Straßburg dafür aus, Passagieren europaweit die gleichen einklagbaren Rechte zu gewähren.

Laut der neuen Regeln sollen Fahrgäste zukünftig Anspruch auf bessere Unterstützungs- und Entschädigungsleistungen bei Fahrtunterbrechungen, Unfällen und Verspätungen haben. Des Weiteren sollen Menschen mit Behinderungen spezifische Hilfeleistungen garantiert werden.

Die schleswig-holsteinische SPD-Europaabgeordnete Ulrike Rodust begrüßte das Abstimmungsergebnis:

„Wegen Annullierung oder Überbuchung nicht wie geplant und pünktlich an sein Ziel zu gelangen ist schon ärgerlich genug. Wenigstens müssen Reisenden bei Verspätungen nun gratis Alternativen geboten werden und sie werden zumindest finanziell entschädigt.“

Hintergrund

Für Schifffahrtsunternehmen sollen folgende Entschädigungsleistungen gelten:

  • 25 % des Fahrpreises für eine Verspätung von ein bis zwei Stunden
  • 50 % bei zwei oder mehr Stunden
  • 100 % des Fahrpreises, wenn das Reiseunternehmen keine angemessene andere Beförderung anbietet.

Die Abgeordneten sprechen sich für die Berücksichtung der speziellen Charakteristika der Schifffahrt aus: Fälle von höherer Gewalt, in denen die Entschädigungsregelungen nicht zum tragen kommen, wären: extreme Gezeitenbedingungen, starke Winde, signifikante Wellenhöhe und Eisbildung. Busunternehmen haften für die Annullierung von Fahrten sowie für mehr als zweistündige Verzögerungen der Abfahrt bei Fahrten von über drei Stunden. Den Fahrgästen sind ohne zusätzliche Kosten angemessene alternative Verkehrsdienste anzubieten; zumindest aber Informationen über angemessene alternative Verkehrsdienste anderer Verkehrsunternehmen und die Erstattung des Fahrpreises, falls sie die alternativen Verkehrsdienste nicht akzeptieren.

Zusätzlich zu der Erstattung des Fahrpreises steht den Reisenden eine Entschädigung in Höhe von 50 % des Fahrpreises zu, falls das Omnibusunternehmen keine alternativen Verkehrsdienste oder Informationen anbietet. Bei Inanspruchnahme der alternativen Beförderung wird eine Entschädigung in Höhe von 50 % des Fahrpreises gezahlt.

Personen mit eingeschränkter Mobilität darf der Zutritt auf Schiffe oder in Busse nicht verwehrt werden, es sei denn, ihre Sicherheit könnte nicht gewährleistet werden. Personen mit Behinderungen muss eine kostenlose Hilfestellung an Häfen angeboten werden, jedoch sind Betreiber bei Reservierung oder spätestens 48 Stunden im Voraus zu informieren.

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