Anerkennung für Gesine Schwan

AsF Schleswig-Holstein zur Bundespräsidentenwahl

AsF Schleswig-Holstein zur Bundespräsidentenwahl

Sie hätte das erste weibliche Staatsoberhaupt der Bundesrepublik werden können – und nach Meinung der schleswig-holsteinischen AsF (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen) auch werden sollen: „Gesine Schwan hat eine fantastische Kandidatur gezeigt. Wir sind stolz auf sie und finden es sehr schade, dass sie nicht Bundespräsidentin geworden ist“, fasst Landesvorsitzende Cornelia Östreich die Ereignisse des 23. Mai zusammen.

Dabei hatte die Kandidatin der SPD ein sehr respektables Ergebnis erzielt, und es wurde – mit Peter Sodann als einem weiteren Bewerber um das Präsidentenamt – durchaus knapp für Amtsinhaber Köhler. Allerdings kam es nicht zu einem zweiten Wahlgang; somit erübrigten sich auch Spekulationen, wonach Gesine Schwan mit den Stimmen der Linken ins Amt gelangen könne und was dies eventuell für weitere Entscheidungen im „Superwahljahr“ zu bedeuten habe.

„Die wochenlang in vielen Medien geführten Diskussionen über ‚Schwan und die Linken’ waren unfair und überflüssig“, urteilen die Nord-Frauen. „Wir kennen Gesine ziemlich lange und ziemlich gut und wissen daher, dass ihr längst nicht jeder Schuh passt, den einige ihr da anziehen wollten. Sei es beim SPD-‚Zukunftskongress’ in Kiel, sei es bei der Debatte um das neue sozialdemokratische Grundsatzprogramm in Hamburg: Immer hat sich Gesine vor allem als leidenschaftliche Demokratin gezeigt, die möchte, dass Menschen die Wahl haben – und dass eine Wahl einen Unterschied macht.“
Dabei habe sie sich stets zu ihrer eigenen Meinung bekannt und diese Unabhängigkeit zwar charmant, aber ausgesprochen geradlinig vertreten. „Damit waren manche wohl überfordert“, vermuten die SPD-Frauen mit Blick nicht nur auf die „Linke-Stimmen“-Kampagne, sondern auch bezüglich der Aufregung um „soziale Unruhen“ – eine Formulierung, die Schwan selbst gar nicht benutzt hat – sowie von Gerüchten, der SPD sei ihre Kandidatin selber nicht geheuer. „Starke Frauen lösen eben vielfach Ängste aus“, weiß die AsF aus eigener Erfahrung. „Wir sehen jedoch eher Grund zur Angst, wenn von nun an Gesines kritische Stimme und ihre richtigen Analysen in der Politik fehlen würden.“

Wegen der bemerkenswerten Unabhängigkeit und Eigenständigkeit der Kandidatin sei es auch absurd, nun von einer Richtungsweisung für die Bundestags- oder schon Europawahl – pro schwarz-gelb, gegen eine sozialdemokratisch bestimmte Mehrheit – zu sprechen. „Wer so kalkuliert, missbraucht das oberste Staatsamt“, stellen die Schleswig-Holsteinerinnen fest. „Das sollte sich kein Bundespräsident und keine Bundes¬präsidentin – egal welcher Partei – gefallen lassen. Was aber die Bundespräsidentin angeht“, ist die AsF sicher: „Die bekommt Deutschland dann eben in fünf Jahren, und zwar von der SPD !“