Schleswig-holsteinische SPD-Frauen fordern das Aus für Reaktor Krümmel

Die Landesvorstandssitzung der AsF beschäftigte sich mit dem erneuten Störfall im AKW Krümmel.

Die Landesvorstandssitzung der AsF beschäftigte sich mit dem erneuten Störfall im AKW Krümmel.

In großer Besetzung fand am Mittwoch, dem 8. Juli, die Landesvorstandssitzung der AsF (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen) statt – extern in den Räumen des Kieler „Frauennotrufs“. Von den neun Vorstandsfrauen waren fast alle anwesend; hinzu kamen zwei Genossinnen aus Ostholstein, welche dort wieder eine Kreis-AsF ins Leben rufen wollen, sowie Agnes Witte im Auftrag der frauenpolitischen Sprecherin der Landtagsfraktion Sandra Redmann. Als Gastgeberin führte Ursula Schele durch die Räume und erklärte den Präventionsansatz der „Petze“ (gegen sexualisierte Gewalt und für den Schutz von Mädchen und Jungen).

Auf der Tagesordnung stand die Diskussion über den Programmteil „Frauen und Gleich¬stellungspolitik“ für die Landtagswahl 2010, und es galt Wahlkampfaktivitäten und mehrere Veranstaltungen zu planen.

Zentrales Thema war aber zunächst der erneute Störfall im AKW Krümmel.
Die schleswig-holsteinischen Sozialdemokratinnen sind sich einig: „Das muss das endgültige Ende für diesen Atomstandort und seinen Betreiber Vattenfall sein. Das Unternehmen hat in krasser Weise Sicherheitsauflagen und Informationspflichten missachtet und damit die Bevölkerung in weitem Umkreis gefährdet. Schluss mit Krümmel – und zwar jetzt!“ Der Standpunkt der für die Atomaufsicht zuständigen Ministerin Gitta Trauernicht, die ein Ausstiegsszenario als Option beibehalten will, ist den SPD-Frauen daher sehr viel näher als das Gerede von der „letzten Chance“ für den Gefahren-Meiler – wie es vor allem Ministerpräsident Carstensen praktiziert.

„Eine Standpauke für den Vorstandschef, ein paar personelle Veränderungen, und dann läuft alles geradewegs weiter bis zum nächsten, noch schwereren Störfall? Das kann keine verantwortungsbewusste Politik für unser Land sein“, betont AsF-Landesvorsitzende Cornelia Östreich. Genauso wenig verstehen die Nord-Frauen Carstensens Beharren auf dem, was er „einen vernünftigen Energiemix“ nennt – mit der Kernkraft als fester Größe. In den zwei Jahren, in denen Krümmel abgeschaltet war, habe niemand den dort produzierten Strom vermisst. Schleswig-Holstein sei wegweisend auf dem Gebiet erneuerbarer Energien, das erlebe Östreich immer wieder bei Gesprächen auf Bundesebene: „Diese Stärke sollten wir entschieden nutzen und damit auch anderen Ländern zeigen, wie der Atomausstieg gelingen kann – ohne auf der anderen Seite vermehrt Treibhausgase zu produzieren.
Die schleswig-holsteinische SPD hat das richtige Programm dafür – während CDU und FDP auch im Bund an der Nutzung der Kernkraft festhalten wollen. Diese Alternative muss allen Bürgerinnen und Bürgern bewusst sein!“