Scholz und Stegner: HSH-Gehaltsmodell ist moralisch fragwürdig

Ralf Stegner, Landesvorsitzender der SPD Schleswig-Holstein, und Olaf Scholz, Vorsitzender der SPD Hamburg, zum neuen Vergütungsmodell bei der HSH-Nordbank

Ralf Stegner, Landesvorsitzender der SPD Schleswig-Holstein, und Olaf Scholz, Vorsitzender der SPD Hamburg, zum neuen Vergütungsmodell bei der HSH-Nordbank









Das neue Gehaltsmodell der HSH Nordbank ist unangemessen und moralisch fragwürdig. In einer Situation, in der die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler für diese Bank bürgen, ist diese Erhöhung von Vorstandsvergütungen nicht hinnehmbar.

Ignoriert werden dabei die glasklaren Beschlüsse des Landtags in Schleswig-Holstein und der Hamburger Bürgerschaft, wonach die Gehälter 500.000 Euro nicht übersteigen dürfen. Den Willen des Parlamentes durch kreative Interpretationen zu verändern verdeutlicht die Gleichgültigkeit der Regierungen gegenüber dem in der Volksvertretung formulierten Misstrauen gegenüber dem Management der Bank und verletzt erneut das Gerechtigkeitsgefühl von Millionen von Menschen.

Bei der Deckelung der Managergehälter durch die Anteilseigner handelte es sich nicht um rechtsverbindliche „ordnungspolitische Maßnahmen“, sondern vielmehr um die Einführung eines moralischen Maßstabs für verantwortliche Eliten in der Kreditwirtschaft, insbesondere bei der HSH Nordbank. Diese Bank und ihren Managern stünde ein Zeichen der Demut gut zu Gesicht!

Der Beschluss von Schwarz-Gelb in Kiel und Schwarz-Grün in Hamburg, den Managern der nur durch Steuergelder gestützten Bank wieder Boni zu zahlen, zeigt, dass die politisch Verantwortlichen in unseren Ländern sich der Lage der Bank immer noch nicht vollends bewusst sind. Es regiert nach wie vor die rosa-rote Brille.

Es ist Zeit, die Mängel in Management und Organisation der Bank zu beseitigen und dem ‚Laissez Faire’ des Vorstandes Einhalt zu gebieten. Es ist aber nicht an der Zeit, die Top-Etage der Bank durch weitere Extras und Boni zu belohnen – egal ob sie sofort oder später gezahlt werden.