Schulgesetz: Rolle rückwärts ohne Plan

Zur Vorstellung des vom Kabinett beschlossenen Referentenentwurfs zur Novellierung des Schulgesetzes durch Bildungsminister Dr. Klug erklärt der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Henning Höppner:

Zur Vorstellung des vom Kabinett beschlossenen Referentenentwurfs zur Novellierung des Schulgesetzes durch Bildungsminister Dr. Klug erklärt der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Henning Höppner:

Die Ausführungen des Ministers bestätigen die Befürchtungen, dass Bildungsgerechtigkeit keinen Stellenwert für die Regierung hat:

  • Die Gemeinschaftsschulen sollen zwar endlich zuständige Schule werden, aber zugleich sollen sie sich vom Prinzip des längeren gemeinsamen Lernen verabschieden und sich zu einer Art Kooperativer Gesamtschulen zurück entwickeln können. Oberstufen an Gemeinschaftsschulen sollen Ausnahmen bleiben. Wir werden darauf beharren, dass bestehende pädagogische Konzepte, die durch die Schulaufsicht genehmigt wurden, Bestand haben!
  • Das Schulsystem in Schleswig-Holstein wird komplizierter und undurchlässiger. Es werden nicht nur zwei verschiedene Formen von Gymnasien (G8 und G9) geschaffen, sondern auch beide Wege zum Abitur sollen an einer Schule angeboten werden, wenn nicht beide Typen örtlich erreichbar sind – die Kriterien für die Erreichbarkeit konnte der Minister auch nach mehrfacher Nachfrage nicht benennen. Die Annahme des Ministers, dies sei ohne erheblichen Aufwand an Lehrerstellen umsetzbar, wird sich als Seifenblase erweisen.
  • Die Angebote zur besseren Umsetzung von G8 durch Entlastung der Schülerinnen und Schüler sind mager; acht doppelt mit Lehrkräften besetzte sogenannte Intensivierungsstunden (bei insgesamt 265 Wochenstunden!) sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
  • Mit seiner Ankündigung, 350 Stellen aus anderen Schulen an die Gymnasien zu übertragen, macht Dr. Klug seinem Ruf alle Ehre, „Minister für Gymnasien und sonstiges“ zu sein.

Wir werden sehr genau prüfen und die Stellungnahmen aus den Anhörungen auswerten, ob die Neuregelungen zum Schullastenausgleich tragfähig sind oder an den absehbaren Interessengegensätzen zwischen Schulträgern und Wohnsitzgemeinden zerrieben werden.

Dieser Entwurf garantiert einen heißen Bildungsherbst, in dem die Betroffenen, Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und die Eltern, ihre Ablehnung der falschen Weichenstellungen in diesem Entwurf vernehmlich artikulieren werden.

Links