Wirrwarr-Monster überfällt die Bildung

Zur Novellierung des Schulgesetzes erklärt Andreas Breitner, Landesvorsitzender der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) und Bürgermeister der Stadt Rendsburg:

Zur Novellierung des Schulgesetzes erklärt Andreas Breitner, Landesvorsitzender der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) und Bürgermeister der Stadt Rendsburg:

Ministerpräsident Carstensen hatte im September 2009 versprochen: „Die Schulen brauchen keine weiteren Reformen, sondern produktive Ruhe.“ Das Gegenteil ist jetzt eingetreten. Was Schleswig-Holsteins Bildungsminister gerade verbreitet, ist reine Unruhe. Klugs Chaos, G8, G9, Y-Modell, der Angriff auf die Gemeinschaftsschulen – die schwarz-gelbe Novellierung des Schulgesetzes verunsichert Schleswig-Holsteins Eltern, Lehrer und Schulträger maximal. Die Kommunen stehen jetzt mit Riesenproblemen da, denn sie müssen als Schulträger täglich mit diesem Schulchaos umgehen. Städte und Gemeinden brauchen Planungssicherheit.

Klug macht lieber Politik aus dem Lehrbuch der Ideologen: Bildungsgerechtigkeit ist für ihn offenbar kein Thema. Längeres gemeinsames Lernen und Oberstufen an Gemeinschaftsschulen werden erschwert – das Schulsystem in Schleswig-Holstein wird komplizierter und undurchlässiger; auf die Lehrer kommen neue Belastungen zu. An Gymnasien sollen künftig die Schulleitungen darüber entscheiden, ob ihre Schule das Abitur nach G8, G9 anbietet – oder gleichzeitig beides. Die Eltern werden sich die Haare raufen, was für ihr Kind das Beste ist.

Schulen und Kommunen werden so mit den Problemen allein gelassen. Klugs Ankündigung, 350 Stellen aus anderen Schulen an die Gymnasien zu übertragen, wird zu einer Benachteiligung der Regional- und Gemeinschaftsschulen führen. Nötig ist eine faire Neuregelungen zum Schullastenausgleich. Schulträger und Wohnsitzgemeinden dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Schwarz-Gelb hat ein bürokratisches Wirrwarr-Monster geschaffen, das Eltern, Lehrer, Städte und Gemeinden von einer besseren Bildung fernhalten wird. Der Landtag sollte der Landesregierung produktive Ruhe verordnen und das Gesetz stoppen.