Kürzen bei den Kurzen schadet unserer Zukunft!

In der Aktuellen Stunde des Landtages zum Thema „Zukunft der Kindertagesstätten“ sagte die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Gitta Trauernicht u. a.:

In der Aktuellen Stunde des Landtages zum Thema „Zukunft der Kindertagesstätten“ sagte die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Gitta Trauernicht u. a.:

In Schleswig-Holstein hat sich ein breites Bündnis von Eltern, Erzieherinnen, Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Gewerkschaften u. a. gegen die Kürzungspläne der Landesregierung im Kita-Bereich zusammengeschlossen. Denn die Landesregierung will die Beitragsfreiheit für das 3. Kita-Jahr kippen und die Standards der pädagogischen Qualität verschlechtern. Damit spart sie aber nicht für die Kinder, sondern an den Kindern. So sorgt sie für Verunsicherung, statt Klarheit und Planungssicherheit zu schaffen.

Lassen Sie die Finger von den Standards und der Beitragsfreiheit! Machen Sie keine faulen Deals, spielen Sie nicht Beitragsfreiheit gegen Qualität aus. Nicht kleckern, sondern klotzen müssen wir für unsere Kinder. Das ist die richtige Priorität auch und gerade in Zeiten knapper Kassen.

Die Schamröte muss Ihnen ins Gesicht steigen angesichts Ihrer wohlfeilen Versprechungen zur Kinder- und Familienpolitik der letzten Jahre und Ihrer jetzigen Planungen. Die CDU war es doch, die großen Wert auf das Erstlingsrecht zur Beitragsfreiheit gelegt hat, und Sie haben doch öffentlichkeitswirksam die Kindergelderhöhung im Bundesrat problematisiert.

Der Ministerpräsident hat festgestellt, dass viele Kinder ohne gefrühstückt zu haben in die Kita kommen und sich auch das Mittagessen nicht leisten können. Deshalb sollte er seinen Worten Taten folgen lassen: Investieren Sie in eine kostenfreie und qualitativ hochwertige Infrastruktur! Nehmen Sie nicht den Ärmsten noch das warme Mittagessen weg, sondern verstetigen Sie das Programm „Kein Kind ohne Mahlzeit“!

Ich appelliere an die Vernunft ‑ Kürzen bei den Kurzen, das ist gegen jede Vernunft, denn es geht um unsere Zukunft. Inzwischen weiß es doch jede und jeder: Es kommt darauf an, kein Kind zurückzulassen, jedem Kind eine Chance auf seine Entwicklung zu geben. Und es weiß inzwischen auch jeder: Auf den Anfang kommt es an, auf frühkindliche Bildung verbunden mit Gesundheitsförderung, Kinderschutz und Familienbildung.

Gehen Sie den in der letzten Legislaturperiode eingeschlagenen Weg weiter: Keine Streichung des beitragsfreien Kita-Jahres, sondern

  • schrittweiser Ausbau der Beitragsfreiheit für alle Kita-Jahre,
  • keine Öffnung der Kita-Standards
  • gleiche Chancen für alle Kinder in unserem Land
  • kein Auslaufen des Programms „Kein Kind ohne Mahlzeit“
  • kümmern Sie sich um die Ausbildung von genügend Fachkräften und um deren
    Arbeitsbedingungen
  • stützen Sie die Sportförderung und die Vernetzung mit der Gesundheits- und Familienförderung
  • Denken sie an die, die uns am meisten brauchen, und sichern Sie die
    Umsetzung des Kinderschutzgesetzes