Wessen „kulturelles Erbe“ fördert die Landesregierung in Laboe?

Zur Neugestaltung der Ausstellung des Deutschen Marinebunds in der „Historischen Halle“ des Marine-Ehrenmals in Laboe erklärt Hans Müller, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion:

Zur Neugestaltung der Ausstellung des Deutschen Marinebunds in der „Historischen Halle“ des Marine-Ehrenmals in Laboe erklärt Hans Müller, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion:

Der Deutsche Marinebund hat für die Renovierung und Umgestaltung des Ehrenmals in Laboe 600.000 Euro aus dem „Investitionsprogramm Kulturelles Erbe“ des Landes Schleswig-Holstein erhalten. Da diese Summe in keinem Verhältnis zu den Kürzungen bei anderen Kultureinrichtungen steht, fragt man sich, was für ein kulturelles Erbe hier in Zeiten knapper Kassen mit Steuergeldern gefördert wird.


Die Stellungnahme namhafter schleswig-holsteinischer Historiker zum Ausstellungs-Konzept hat gezeigt, dass es dem Marinebund auch mit der neuen Ausstellung nicht gelungen ist, eine kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Marinegeschichte zu präsentieren. Sie hatte von einem „diffusen Konzept“ gesprochen, welches „in zentralen Aussagen nicht tragfähig“ ist und „auf einen unkritischen historischen Ansatz, plakativ-banale ausstellungs- und museumsdidaktische Vorstellungen sowie einen unreflektierten Positivismus im Kontext aktueller außenpolitischer Entwicklungen schließen“ lässt.


Gerade die lange Geschichte des Ehrenmals Laboe macht einen differenzierteren und sensiblen Umgang mit der Geschichte der deutschen Marine zwingend erforderlich. Statt auf eine didaktische und gestalterische Konzeptionierung mit breiter und offener Beteiligung der Wissenschaft zu dringen, hat die Landesregierung die Bewilligung am Parlament vorbei beschlossen. Die Netzwerke des Marinebundes funktionieren anscheinend noch immer ganz ordentlich.


Wir fordern in jedem Fall, dass die von der Landesregierung ohne Parlamentsbeteiligung zu verfügenden Zuwendungssummen deutlich reduziert werden.

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