Perspektiven schaffen – Altersarmut verhindern

Wie Sie vielleicht mitbekommen haben, gibt es in der SPD schon seit längerem eine Diskussion um die Altersvorsorge - In den letzten Tagen konnte Sie davon auch aus den Medien erfahren. Heute haben wir im SPD-Präsidium unser Konzept für die Altersvorsorge beschlossen und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Wie Sie vielleicht mitbekommen haben, gibt es in der SPD schon seit längerem eine Diskussion um die Altersvorsorge – In den letzten Tagen konnte Sie davon auch aus den Medien erfahren. Heute haben wir im SPD-Präsidium unser Konzept für die Altersvorsorge beschlossen und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Der Beschluss ist vor allem deshalb gut, weil er sich nicht
eindimensional auf die Frage ‚Rente mit 67’ reduziert, sondern wieder
das gesamte Spielfeld in der Diskussion um eine solidarische und
gerechte Altervorsorge in den Blick nimmt. Unser Ziel ist klar: Wir
wollen eine drohende Altersarmut für breite gesellschaftliche Gruppen
vermeiden.

Es ist richtig, dass die demografische Entwicklung eine Herausforderung für unser Rentensystem ist – aber nicht die Einzige: jahrzehntelange Massenarbeitslosigkeit, eine sinkende Lohnquote, prekäre Beschäftigung und Dumpinglöhne, immer weniger sozialversicherungspflichtig Jobs und Frühverrentung ließen und lassen den Finanzierungsdruck auf die gesetzliche Rentenversicherung steigern. Wenn es uns gelingen soll eine breite gesellschaftliche Altersarmut zu verhindern, so müssen wir an all diesen Stellschrauben drehen

Perspektivisch ist aufgrund der demografischen Entwicklung eine längere Lebensarbeitszeit nicht auszuschließen. Eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit darf aber nur dann in Frage kommen, wenn es auch für die Mehrheit älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine reale Chance auf Beschäftigung gibt – ansonsten wäre diese Maßnahme eine schlichte und nicht vertretbare Rentenkürzung.

Deshalb muss dafür Sorge getragen werden, dass ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über 60. Lebensjahr hinaus einer Beschäftigung nachkommen können. Es muss auch Möglichkeiten der Differenzierung des Renteneintrittsalters geben: Die, die nicht mehr können, dürfen nicht auch noch heftige Einbußen und ein Wegbrechen des Lebensstandards erleiden.

Da das Einkommen im Alter unmittelbar vom Einkommen während der Erwerbsphase abhängt, muss auch endlich mit prekärer Beschäftigung und Dumpinglöhnen Schluss sein. Beste Voraussetzung für die Minimierung der Gefahr der Altersarmut ist doch, dass anständige Löhne gezahlt werden, als unterste Grenze ein gesetzlicher Mindestlohn. 

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Dieser Artikel ist auch auf ralf-stegner.de erschienen.