Verheerendes Signal für umweltverträglichere Fischerei

Ulrike Rodust begrüßt Streik der Krabbenfischer gegen Dumpingpreise

Ulrike Rodust begrüßt Streik der Krabbenfischer gegen Dumpingpreise

Zusammen mit ihren Berufskollegen in den Niederlanden und Dänemark sind die schleswig-holsteinischen und niedersächsischen Krabbenfischer in den Streik getreten, um gegen den Verfall der Erzeugerpreise zu demonstrieren.

„Drei Euro für ein Kilo Krabben müssen die Fischer bekommen, um davon leben zu können“, ist die schleswig-holsteinische SPD-Europaabgeordnete Ulrike Rodust überzeugt, die gut verstehen kann, dass die Krabbenfischer für die derzeit gebotenen 2,25 Euro nicht auslaufen wollen. Hunderte Kutter liegen nach Angaben des Vorsitzenden der schleswig-holsteinischen Nordseekrabben- und Küstenfischer Niels Friedrichsen deshalb seit Anfang der Woche in den Häfen zwischen Südholland und Dänemark.


Rodust, die als fischereipolitische Sprecherin ihrer Fraktion im Europäischen Parlament um die schwierige Situation der Krabbenfischer weiß, unterstützt diese Aktion: „Nordseekrabben sind ein hochwertiges Produkt. Ihre Erzeuger auf Dumpingpreise von unter drei Euro drücken zu wollen ist eine Unverschämtheit.“ Dass die beiden marktbeherrschenden Großhändler sich offensichtlich bei den Discountern unterböten, dürfe nicht zu Lasten der Krabbenfischer gehen.

Die SPD-Fischereiexpertin ist auch deshalb über die aktuelle Entwicklung besorgt, weil sich die Krabbenfischer derzeit um die so genannte MSC-Zertifizierung für nachhaltig und umweltgerecht gefangene Meerestiere bewerben: „Im Rahmen der gerade anstehenden Reform der Gemeinsamen Europäischen Fischereipolitik stehe ich in ständigem Dialog mit den Fischern und Fischereiexperten in Europa und versuche eine umweltverträgliche Fischerei durchzusetzen. Wenn ausgerechnet jetzt den Krabbenfischern, von denen viel verlangt wird, was etwa den Einsatz meeresbodenschonender Fanggeräte angeht, kein angemessener Preis mehr für ihr Produkt gezahlt wird, ist das ein verheerendes Signal.“



Hintergrund: Seit einigen Wochen erhalten die Krabbenfischer trotz anders lautender Absprache mit den Großhändlern nur noch 2,25 Euro Erzeugerpreis. Der Großhandelspreis für Nordseekrabben liegt um die 20 Euro, der Einzelhandelspreis liegt zwischen 30 und 40 Euro.