Wiegard und Carstensen erneut belastet

Zur heutigen Vernehmung von Dr. Werner Marnette vor dem Ersten Parlamentarischen Untersuchungsausschuss erklärt der Obmann der SPD-Abgeordneten, Jürgen Weber:

Zur heutigen Vernehmung von Dr. Werner Marnette vor dem Ersten Parlamentarischen Untersuchungsausschuss erklärt der Obmann der SPD-Abgeordneten, Jürgen Weber:

Werner Marnette belastet Carstensen und Wiegard erneut schwer. Die Vorwürfe unterlegte er plausibel mit zahlreichen erheblichen Details.

Ausführlich und detailreich schilderte der ehemalige Wirtschaftsminister Dr. Marnette seine erfolglosen Initiativen, mit seiner Einschätzung der äußerst kritischen Lage der HSH Nordbank bereits vor und nach der Pleite der Lehman-Bank beim zuständigen Finanzminister Wiegard und Ministerpräsident Carstensen Gehör zu finden.

Seine begründete Kritik und seine Bedenken hinsichtlich der Geschäftspolitik der Bank seien bei Carstensen und Wiegard auf taube Ohren gestoßen. Auch sei von beiden versucht worden, die Lage der Bank dem Kabinett und dem Landtag gegenüber zu vertuschen und die Versuche von Dr. Marnette zur Aufklärung aktiv zu behindern.

Die Schilderung der Vorgänge vermitteln den Eindruck, dass der Vorstand der HSH Nordbank die Anteilseigner über die bereits vor der Finanzkrise bedrohliche Lage der Bank und die erheblichen Risiken ihrer Geschäftspolitik bewusst im Unklaren ließ, dass der Ministerpräsident und sein Finanzminister bestenfalls Desinteresse an diesem Vorgang zeigten und den damaligen Kabinettskollegen als Störenfried gern zum Schweigen bringen wollten.

Wir werden daher beide mit den Angaben von Dr. Marnette konfrontieren müssen, um herauszufinden, inwieweit diese Darstellungen vollständig zutreffen. Ggf. werden hier auch noch weitere Zeugen, wie z.B. der damalige Chef der Staatskanzlei, Heinz Maurus, vernommen werden müssen.