Demontage des Hochschulstandorts Schleswig-Holstein durch Schwarz-Gelb geht weiter

Empört reagiert Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB auf Presseberichte, wonach Wissenschaftsminister de Jager plant, einen Teil der 9.700 zusätzlichen Studienplätze, die das Land mit dem Hochschulpakt II einrichten soll, an andere Bundesländer abzugeben:

Empört reagiert Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB auf Presseberichte, wonach Wissenschaftsminister de Jager plant, einen Teil der 9.700 zusätzlichen Studienplätze, die das Land mit dem Hochschulpakt II einrichten soll, an andere Bundesländer abzugeben:

„Herr de Jager will offensichtlich den Hochschulstandort Schleswig-Holstein noch einmal in unverantwortlicher Weise schwächen. Erst die Pläne, die Medizinische Fakultät der Uni Lübeck abzuschaffen, und jetzt das!“
Rossmann erinnert daran, dass der Bund den Ländern für die Schaffung von 275.000 zusätzlichen Studienanfängerplätzen – davon 9.700 in Schleswig-Holstein – von 2011 bis 2015 mit 5,4 Milliarden Euro unter die Arme greift. Pro zusätzlichem Studienanfängerplatz gibt es dabei für vier Jahre 13.000 Euro vom Bund, die von den Ländern jeweils um die gleiche Summe aufzustocken sind.

Rossmann: „Wenn Minister de Jager dieses Angebot für Schleswig-Holstein ausschlägt, verweigert er sich nicht nur der nationalen Aufgabe, den zukünftigen Bedarf an wissenschaftlich ausgebildeten Fachkräften rechtzeitig zu sichern. Er schadet auch den Interessen des Landes, der studienberechtigten „Landeskinder“ und der Wirtschaft.“

Rossmann kritisiert de Jagers Überlegungen umso mehr, als Schleswig-Holstein im Bundesvergleich so-wieso schon zu wenige Studienplätze anbietet. Hatte nach dem statistischen Bundesamt die Quote der Studienanfänger an der Bevölkerung des entsprechenden Alters in Deutschland 2009 insgesamt einen Wert von 43, lag dieser in Schleswig-Holstein bei 30 Punkten. Er war damit der geringste in ganz Deutschland. In Schleswig-Holstein werden damit deutlich weniger Studienanfängerplätze als im Bundesdurchschnitt angeboten wie auch Schleswig-Holsteiner deutlich weniger an die Hochschulen streben. Dabei ist die Studienberechtigtenquote mit 42,9 Prozent durchaus im Mittelfeld im Vergleich der 16 Bundesländer angesiedelt. Rossmann: „Statt mehr Studienanfangsplätze zu schaffen, droht de Jager das Ungleichgewicht noch zu verstärken. So motiviert die Landesregierung weder junge Schleswig-Holsteiner zum Studium im eigenen Land noch gewinnt sie junge Menschen aus anderen Bundesländern für Schleswig-Holstein. Das ist sehr kurzsichtig und kann sich bitter rächen.“
Rossmann weist darauf hin, dass durch die Abschaffung der Wehrpflicht ab 01.07.2011 und die doppelten Abiturjahrgänge, die allmählich ihre Wirkung entfalten, sich bundesweit noch mehr Studierwillige um einen Studienplatz bewerben werden. Deshalb fordert die SPD-Bundestagsfraktion einen „Hochschulpakt II plus“ mit bundesweit 60.000 Studienplätzen mehr. 1,5 Milliarden Euro müssten Bund und Länder dafür investieren. 1.500 Studienplätze mehr müssten 2011 allein in Schleswig-Holstein entstehen.