100 Jahre Internationaler Frauentag

Schleswig-holsteinische SPD-Frauen fordern Parität bei Wahlen und Geschlechtergerechtigkeit bei öffentlichen Haushalten

Schleswig-holsteinische SPD-Frauen fordern Parität bei Wahlen und Geschlechtergerechtigkeit bei öffentlichen Haushalten

Morgen, am 8. März 2011, jährt sich zum 100. Mal der Internationale Frauentag. „Es lohnt sich, an die revolutionären Traditionen dieses Gedenktages zu erinnern“, finden die schleswig-holsteinischen SPD-Frauen (AsF) und ihre Vorsitzende Cornelia Östreich, „auch und gerade, weil sich erfahrungsgemäß viele Menschen damit schwer tun.“ Wie die zähe Diskussion um „Quote“ und Mindestlohn zeige, müsse Deutschland aufpassen, nicht vom einst kraftvollen Motor zum verblassten Rücklicht der Frauenbewegung zu werden.

„Ein guter Zeitpunkt für neue Initiativen“, meint die schleswig-holsteinische AsF und bringt zum kommenden SPD-Landesparteitag zwei grundlegende Anträge ein:

Auf eine geschlechterparitätische Besetzung von Wahllisten (auch als „Reißverschluss“ bekannt) und auf eine Berücksichtigung von Gleichstellungszielen in der öffentlichen Finanzplanung (das so genannte „Gender Budgeting“ ).
Denn weder könne die Demokratie auf das Know-How und die Perspektive von Frauen verzichten, noch dürfe irgendein Haushaltsverfahren an den Interessen und Bedürfnissen der Mehrheit der Bevölkerung vorbei gemacht werden.

Obwohl inzwischen am 8. März gefeiert, lag doch das Datum der Originalveranstaltung auf dem 19. des Monats 1911 – in Erinnerung an die „Märzgefallenen“ während der 1848er Revolution (hier vor allem in Berlin) sowie an die Pariser Kommune von 1871.
Der 8. März, so die SPD-Frauen, sei eben nicht bloß ein Tag, an dem verschiedene Organisationen in den Fußgängerzonen Blümchen an die Passantinnen verteilten; er verweist auf eine Zeit, in der die Menschenrechte von Frauen – heute scheinbar selbstverständlich – gegen erhebliche Widerstände und oftmals unter Lebensgefahr eingefordert werden mussten. „Und dabei sprechen wir allein über Deutschland, Europa und Nordamerika“, sagt die Landesvorsitzende der schleswig-holsteinischen AsF und promovierte Historikerin Cornelia Östreich. „In vielen anderen Ländern warten Frauen immer noch auf ihre elementaren persönlichen, bürgerlichen, politischen und sozialen Rechte – oder versuchen gerade sie zu erkämpfen, wie etwa im Rahmen der aktuellen Freiheitsbewegungen in Nordafrika und der arabischen Welt.“ Hier sei die internationale Gemeinschaft und ihre Solidarität gefragt. Auf der anderen Seite haben viele der so genannten „Entwicklungsländer“, was die praktizierte Gleichstellung angeht, manchem westlichen Land bereits den Rang abgelaufen.