Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit – jetzt!

Siegrid Tenor-Alschausky, gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, zum Equal Pay Day am 25. März:

Siegrid Tenor-Alschausky, gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, zum Equal Pay Day am 25. März:

Erst am Equal Pay Day, der in diesem Jahr am 25. März 2011 erreicht ist, haben Frauen das gleiche Entgelt, das ihre männlichen Kollegen im Vorjahr erhalten haben, erreicht. Dafür mussten sie 60 Arbeitstage länger arbeiten, geht man von einer 5-Tage-Arbeitswoche aus.

Das ist und bleibt ein Skandal. Der Equal Pay Day soll darauf aufmerksam machen, dass Frauen im Durchschnitt immer noch rund 23 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Erschreckend ist auch, dass Deutschland damit im europäischen Vergleich als eines der Schlusslichter dasteht. Im EU-Durchschnitt verdienen Frauen 18 Prozent weniger als Männer.

Diese Ungleichheit bei den Löhnen ist nicht länger hinnehmbar. Sie hat Auswirkungen auf das gesamte Leben von Frauen. Weniger Lohn heißt geringere Chancen auf eine eigenständige Existenzsicherung. Weniger Lohn heißt aber auch eine niedrigere Rente und ein erhöhtes Armutsrisiko im Alter.

Deshalb müssen Kompetenzen von Frauen bei Beförderungen in Leitungspositionen gleichberechtigt berücksichtigt werden. Und wir müssen das Steuerrecht so umgestalten, dass es für Frauen keine Hürde darstellt, erwerbstätig zu sein, und ihrer beruflichen Emanzipation nicht im Wege steht, wie das beim Ehegattensplitting in der jetzigen Ausgestaltung der Fall ist.

Damit Frauen gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit erreichen können, müssen wir auch die bestehenden Strukturen verändern. Stichworte sind hier: qualifizierte Kinderbetreuung, Ganztagsschulen und familiengerechte Arbeitszeiten.

Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten fordern gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit! Jetzt!