SPD Landesvorsitzender Ralf Stegner gratuliert Günther Jansen zum 75. Geburtstag

Der ehemalige Landesvorsitzende der SPD Schleswig-Holstein, früherer Sozialminister, Bürgermeister und Bundestagsabgeordneter Günther Jansen begeht am 14. Juli 2011 in Eutin seinen 75. Geburtstag.

Der ehemalige Landesvorsitzende der SPD Schleswig-Holstein, früherer Sozialminister, Bürgermeister und Bundestagsabgeordneter Günther Jansen begeht am 14. Juli 2011 in Eutin seinen 75. Geburtstag.

Zu diesem Anlass sagte der SPD Landesvorsitzende Ralf Stegner heute in Kiel:

„Günther Jansen ist eine der politisch prägendsten Persönlichkeiten der SPD und des Landes Schleswig-Holstein der vergangenen Jahrzehnte. Mit seinem Amtsvorgänger Jochen Steffen war er der prägendste Vorsitzende der schleswig-holsteinischen Sozialdemokratie der Nachkriegszeit. 12 Jahre lang von 1975 bis 1987 führte er die SPD im Land zwischen den Meeren. Lange über diese Zeit hinaus verkörperte er wie kein anderer Herz und Seele unserer Partei. In zahllosen haupt- und ehrenamtlichen Ämtern und Funktionen u. a. als Bürgermeister, Bundestagsabgeordneter, Parteivorsitzender, Minister, Vorsitzender des Patienten Ombutsvereins, in Schiedsfunktionen im Sozialrecht, bei der Sanierung der Uniklinika etc. hat sich Günther Jansen viele Verdienste erworben.

Wir gratulieren ihm ganz herzlich zu seinem 75. Geburtstag und wünschen ihm alles erdenklich Gute, Gesundheit und Glück für sich und seine Familie.

Günther Jansen ist ein politischer Glücksfall. Die SPD hat ihm viel zu verdanken. Noch wichtiger: Zahllose Menschen in Schleswig-Holstein haben seiner Politik und seiner Menschlichkeit viele, oft sehr konkrete Verbesserungen ihrer Lebensumstände zu verdanken: Immer im Sinne von Willi Brandts Credo, Politik tauge nur etwas, wenn sie darauf ausgerichtet ist, den Menschen zu helfen die uns brauchen.
Günther Jansen hat als engagierter Vertreter sozialdemokratischer Grundwerte der Partei und vielen Menschen in zentralen Fragen politische Orientierung gegeben. Andererseits erzeugte er mit seiner Gradlinigkeit und Klarheit immer auch entschiedene Gegnerschaft und wurde als profilierter Sozialdemokrat in Schleswig-Holstein von politischen Konkurrenten und Teilen der Öffentlichkeit hart –oft auch sehr persönlich- attackiert.

Als Sozialminister in der Regierung Engholm hat sich Günther Jansen immer als Kümmerer verstanden, den die Menschen –jeder einzelne- immer wichtiger waren als Gremiensitzungen oder vornehme Empfänge. Er nahm besonders sich selbst aber auch andere in die Pflicht und erinnerte sich stets an die Verantwortung über Einzelinteressen hinaus. Die Verbesserung der damals besonders schlechten Kindergartenversorgung in Schleswig-Holstein und die bessere Förderung der Kleinsten war für ihn ein besonderes Anliegen. Ebenso setze sich Günther Jansen für die Überwindung der heute fast unvorstellbaren Lebensbedingungen der –wie er es formulierte- „Schwächsten und fast Vergessenen“ der Menschen in den Langzeiteinrichtungen der rückständigen Psychatrie im Lande ein. Unter seiner Leitung erklärte die SPD in Schleswig-Holstein bereits Mitte der 70er Jahre die Energiewende zum zentralen Ziel ihrer Politik. 1976 wurde der Ausstieg aus der Atomenergie Beschlusslage und bald der Ausbau der Windenergie propagiert und ab 1988 in Regierungsverantwortung mit aller Kraft vorangetrieben. Das Ziel ohne Wenn und Aber aus der Atomenergie auszusteigen und gleichzeitig die Umsetzung einer umweltfreundlichen neuen Energiepolitik bleibt die herausragende zukunftsweisende Leistung Günter Jansen. Insofern ist der endgültig beschlossene Atomausstieg dieser Tage ein später politischer Triumpf und ein schönes Geburtstagsgeschenk zu seinem 75. Geburtstag.

Als Parteivorsitzender hat sich Günther Jansen immer in den Dienst seiner SPD gestellt auch als die Spitzenkandidaten Klaus Matthiesen und Björn Engholm hießen. Die eigene Karriere war nie TOP 1 seiner Lebensplanung. Als Bürgermeister eines ländlichen Ortes (Süsel) selbst stark in Ostholstein verwurzelt, hat Günther Jansen die SPD zur neuen Schleswig-Holstein-Partei geformt. Ein fortschrittlicher Heimatbegriff der an Innovationen und Reformen auf allen Politikfeldern angeknüpft hat und mit moderner Gesellschaftspolitik und Windenergieanlagen neue Symbole für die Erneuerung des Landes erzeugte, stand schon unter seinem Landesvorsitz der überkommenen Heimattümelei konservativer Kreise gegenüber.

Für viele in der SPD in Schleswig-Holstein und darüber hinaus ist Günther Jansen Jahre nach dem Rückzug aus der aktiven Politik noch immer eine politische und moralische Instanz. Für mich ist mein erster Chef in Schleswig-Holstein Vorbild und persönlicher Freund geworden. Die SPD ist stolz auf ihren langjährigen Vorsitzenden und gratuliert ihm von Herzen zu seinem 75. Geburtstag.