Tarifsichere Arbeit und gute Versorgung statt hoher Aktiengewinne

Zur Debatte um die Krankenhausversorgung an der Westküste erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Bernd Heinemann: Ich unterstütze den Zusammenschluss der kommunalen Krankenhäuser an der Westküste und den Verbund mit den anderen Häusern dieser Familie.

Zur Debatte um die Krankenhausversorgung an der Westküste erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Bernd Heinemann: Ich unterstütze den Zusammenschluss der kommunalen Krankenhäuser an der Westküste und den Verbund mit den anderen Häusern dieser Familie.

Seit Jahren führt ein steigender Wettbewerbsdruck in der stationären Krankenversorgung zu immer deutlicheren Verwerfungen in der Gesundheitsversorgung. Viele Kommunen haben ihre Verantwortung in die Hände anscheinend gut aufgestellter Krankenhauskonzerne gelegt und sich dabei nicht selten eher 5-Sterne-Hotels mit oft reduziertem medizinischem Service eingehandelt als hoch motivierte medizinische und pflegerische Leistung, kommunal ausgerichtet und tariflich gut bezahlt. Alles hat seinen Preis und nur durch einen engen Zusammenschluss kann im Markt der Krankenhäuser mitgehalten werden.

Der Verbund von bisher sechs öffentlichen Krankenhäusern ist genau wie jeder die Marktmacht steigernde Zusammenschluss der örtlich verankerten Akteure eine richtige Antwort. Er nützt den Mitarbeitenden und den PatientInnen vor Ort ‑ und nicht fernen Aktionären. Deren Renditeerwartung kann dazu führen, dass vermeintlich unrentable Abteilungen wie Geburtshilfe-, Kinder-, Neurologische oder Neurochirurgische Kliniken geschlossen werden.

Es wird höchste Zeit, dass die falsche Politik der ungerechten Grundfinanzierung medizinischer Leistungen besonders für den Norden rückgängig gemacht wird. Der durch Ministerin Gitta Trauernicht 2008 ausgehandelte Kompromiss für einen bundeseinheitlichen Basisfallwert hat wieder zu gelten. Als Überbrückung für abgelegene Landstriche wie Brunsbüttel muss Gesundheitsminister Garg dringend einen Sicherstellungszuschlag veranlassen.