Staatsverschuldung und Eurokrise

Am 31. Januar nahm Torsten Albig an einer Veranstaltung mit aktuellen und ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten der Friedrich-Ebert-Stiftung aus Schleswig-Holstein und Hamburg teil. Im Zentrum der Veranstaltung stand eine interessante und fundierte Diskussion über Staatsverschuldung und die Eurokrise mit dem Präsidenten des Instituts für Weltwirtschaft, Prof. Dr. Dennis Snower.

Am 31. Januar nahm Torsten Albig an einer Veranstaltung mit aktuellen und ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten der Friedrich-Ebert-Stiftung aus Schleswig-Holstein und Hamburg teil. Im Zentrum der Veranstaltung stand eine interessante und fundierte Diskussion über Staatsverschuldung und die Eurokrise mit dem Präsidenten des Instituts für Weltwirtschaft, Prof. Dr. Dennis Snower.

Häufig werde behauptet, dass der Staat gegenwärtig scheitere. Die Schuldenkrise werde zur demokratischen Identitätskrise. Dieser These widersprach Torsten Albig, betonte aber, dass es angesichts der Bedeutung von Freiheit in Deutschland geradezu perfide sei, anderen Ländern einen Staatskommissar verordnen zu wollen.

Torsten Albig zeigte sich optimistisch, dass Politik Lösungen finden könne. Es mangele nicht an Klugheit, jedoch manchmal an Ruhe zum Nachdenken. 

Torsten Albig berichtete aus seiner Zeit als Pressesprecher des Bundesfinanzministeriums und sprach von einem „Jahrmarkt der Konferenzen“, den es seit Beginn der Krise gegeben habe und in dem alle Beteiligten ohne ausreichende Möglichkeiten zur Reflektion von Termin zu Termin hecheln würden. Der Blick sei dabei vielfach zu sehr auf die Banken beschränkt gewesen. Albig betonte dagegen auch die Bedeutung von Kitas, Schulen und genereller Infrastruktur für unsere Gesellschaft 

Prof. Dr. Snower lobte den einsichtigen Beitrag Albigs über die Krise und bestätigte dessen Sichtweise. Der Wirtschaftswissenschaftler erklärte aus seiner Sicht die Schwächen der bisherigen Rettungsvorschläge und warb für eine Debatte in der Bevölkerung über eine – später dann auch in der Verfassung zu verankernde – verantwortungsbewusste Fiskalpolitik, die es aber auch noch erlauben müsse, in der Rezession fiskalpolitisch zu reagieren.

Torsten Albig begrüßte diesen Ansatz und bemängelte, dass die Debatte über die Schuldenbremse in Deutschland im „Top-Down“-Verfahren geführt worden sei. Es brauche eine breite Debatte in einer demokratisch organisierten Gesellschaft.

Links:

Friedrich-Ebert-Stiftung

Institut für Weltwirtschaft