Barrieren in den Köpfen überwinden

Franz Thönnes lud am 14.Februar 2012 nach Reinbek zur Diskussion ein - „Mittendrin statt nur dabei“ - unter diesem Motto hatte der Stormarner Bundestagsabgeordnete Franz Thönnes seine aus Sachsen-Anhalt angereiste Kollegin Silvia Schmidt, die Behindertenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, in die Begegnungsstätte Neuschönningstedt nach Reinbek eingeladen, um über die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu sprechen. Diese wird durch eine UN-Konvention von 2006 verlangt. Die Behindertenrechtskonvention konkretisiert die Menschenrechte für die Lebenssituation behinderter Menschen. Sie zeigt: In vielen Bereichen ist ein Umdenken notwendig.

Franz Thönnes lud am 14.Februar 2012 nach Reinbek zur Diskussion ein – „Mittendrin statt nur dabei“ – unter diesem Motto hatte der Stormarner Bundestagsabgeordnete Franz Thönnes seine aus Sachsen-Anhalt angereiste Kollegin Silvia Schmidt, die Behindertenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, in die Begegnungsstätte Neuschönningstedt nach Reinbek eingeladen, um über die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu sprechen. Diese wird durch eine UN-Konvention von 2006 verlangt. Die Behindertenrechtskonvention konkretisiert die Menschenrechte für die Lebenssituation behinderter Menschen. Sie zeigt: In vielen Bereichen ist ein Umdenken notwendig.

Franz Thönnes begleitete in seiner Amtszeit als Parlamentarischer Staatssekretär selbst den Entwicklungsprozess und die Unterzeichnung der Konvention in New York , die gemeinsam mit den Verbänden Betroffener erarbeitet wurde. „Es wurde nicht ohne sie über sie geredet!“, so Thönnes. Die wichtigsten Aussage: Menschen mit Behinderungen sollen am gesamten gesellschaftlichen Leben teilnehmen können und selbst bestimmen, wo sie leben und arbeiten.

Silvia Schmidt zeigte auf, welche Handlungsfelder in den kommenden Jahren anstehen. „Ob Kindergarten, Schule, Wohnung oder Arbeit – um eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu erreichen, ist viel zu tun.“ Ein wichtiges Prinzip sei, dass die Unterstützungsangebote zu den Menschen kommen müssen, ein wichtiger Baustein das „persönliche Budget“, eine alternative Leistungsform zu Sach- und Dienstleistungen. Behinderte Menschen erhalten Geld oder Gutscheine, damit kaufen sie sich selbst die Leistungen ein, wie zum Beispiel Assistenz. Positive Folgen: Mehr Selbstbestimmung, mehr Selbständigkeit, mehr Selbstbewusstsein.

Martin Habersaat, der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, moderierte die Diskussion. Gerade am Beispiel des Bildungswesens wurde deutlich, wie gewaltig der Paradigmenwechsel ist: Förderschulen sollen nach und nach zu „Schulen ohne Schüler“ werden und Schüler mit besonderem Bedarf an Regelschulen unterrichtet. Das Ziel heißt ‚Inklusion‘. Habersaat: „Schleswig-Holstein ist da schon weit, hat aber auch noch einen langen Weg vor sich. Die Regelschulen müssen entsprechend ausgestattet sein. Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder optimal gefördert werden.“ Gerade die Reinbeker Grundschulen seien auf diesem Weg Vorreiter gewesen.

Volker Müller, Fraktionsvorsitzender der SPD in Reinbek und Ursula Brandt, Behindertenbeauftragte Reinbeks, machten deutlich, dass sich auch auf kommunaler Ebene noch eine Menge tun muss. Barrierefreie Straßen und Ampelschaltungen einerseits, ein anderes Denken in den Verwaltungen andererseits. Auch seien die Kommunen als Arbeitgeber, was die Einstellung von Menschen mit Behinderungen angeht, nicht so vorbildlich, wie sie sein könnten. Müller: „Vielerorts fühlt man sich unsicher, weil das Wissen fehlt.“ Das bestätigte Ursula Brandt: „Viele Menschen kennen die Einrichtung der behindertenbeauftragten auch noch nicht – daran arbeiten wir.“ Am Ende waren sich alle Teilnehmer einig: „Es müssen auch viele Barrieren in den Köpfen überwunden werden!“