Aufklärung statt Sperrstunde für Jugendliche!

Zu dem von Bundesfamilienministerin Schröder vorgeschlagenen verschärften Ausgehverbot für Jugendliche unter 16 Jahren erklärt der jugendpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Tobias von Pein:

Zu dem von Bundesfamilienministerin Schröder vorgeschlagenen verschärften Ausgehverbot für Jugendliche unter 16 Jahren erklärt der jugendpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Tobias von Pein:

Zweifellos ist der exzessive Konsum von Alkohol unter Jugendlichen ein Problem. Dass dieses gelöst wird, wenn unter 16jährige nur noch in Begleitung von Erwachsenen nach 20 Uhr öffentliche Veranstaltungen besuchen dürfen, darf mit Recht angezweifelt werden. Zum einen existiert das Alkoholproblem nicht nur bei jungen Menschen unter, sondern auch über 16 Jahren.

Zum zweiten findet der Alkoholmissbrauch nicht unbedingt in der Öffentlichkeit, sondern oft genug auf privaten Parties statt. Ein Vorgehen, wie es die Ministerin vorschlägt, würde den Konsum nicht einschränken, sondern weiter in das private Umfeld verlagern und der gesellschaftlichen Kontrolle entziehen.

Abgesehen davon halten wir den Vorstoß von Ministerin Schröder ohnehin für vollkommen überzogen und realitätsfern. Ihrer Idee, mit einer Art ,,Sperrstunde“ und der Einschränkung der Freiheit von Jugendlichen dem Alkoholproblem Herr zu werden, liegt eine völlig verstaubte Gesellschaftsvorstellung zugrunde. Wir sollten nicht vergessen, dass die Mehrheit der jungen Menschen sehr wohl vernünftig und besonnen mit Alkohol umgeht. Auch wenn die Zahl der ,,Komasäufer“ unter Jugendlichen leider steigt, sind diese immer noch in der Minderheit. Wir wollen, dass Jugendliche auch weiterhin ohne ihre Eltern zu Musikkonzerten, Weihnachtsmärkten oder Open-Air-Veranstaltungen gehen können.

Was wir brauchen, ist zum einen mehr Prävention und frühzeitige Aufklärung über die Gefahren von exzessivem Alkoholkonsum. Deshalb wollen wir Beratungsstellen und die Aufklärung über Alkoholgefahren z. B. in den Schulen unterstützen. Zum anderen sind aber auch Vorbilder wichtig. Kindern sei es im Elternhaus, sei es in der Öffentlichkeit muss der angemessene Umgang mit Alkohol von Erwachsenen vorgelebt werden. Das funktioniert nicht, wenn z. B. Alkohol am Steuer von vielen als Kavaliersdelikt eingestuft wird.