Die Gerechtigkeitsfrage #1

Unsere Bildungspolitik ist das Hauptmotiv für den Politik- und Regierungswechsel in Schleswig-Holstein gewesen. Deswegen nimmt die Koalition die vielleicht größten Veränderungen und wahrscheinlich auch die wichtigsten beim Megathema Bildung zügig in Angriff.

Unsere Bildungspolitik ist das Hauptmotiv für den Politik- und Regierungswechsel in Schleswig-Holstein gewesen. Deswegen nimmt die Koalition die vielleicht größten Veränderungen und wahrscheinlich auch die wichtigsten beim Megathema Bildung zügig in Angriff.

SPD, Grüne und der SSW sind sich einig, dass wir mehr Gerechtigkeit und mehr Chancen im Bildungsbereich wollen. Über eine bessere Ausstattung und bessere Strukturen wollen wir jeder Schülerin und jedem Schüler eine bessere Bildung ermöglichen. Damit meinen wir nicht nur einen besseren Abschluss, sondern auch eine Bildung, die nicht nur auf Wissen setzt, sondern auch und gerade Kritikfähigkeit und soziale Kompetenz vermittelt.

Es ist wohltuend zu sehen, mit welcher Verve unsere Bildungsministerin Wara Wende hinter diesem Leitbild steht. Denn dass, so sagte sie in ihrer ersten Pressekonferenz, was
wir in der Schule vermitteln, prägt auch die Gesellschaft in der wir leben. Wenn wir reines Konkurrenzdenken vermitteln, schaffen wir die Vorraussetzungen für eine Gesellschaft, in der dieses Denken dominiert. Wir aber halten eine andere Gesellschaft für lebenswert.

Daran arbeiten wir. Wir wollen dabei möglichst viele mitnehmen und dazu unter anderem drei Bildungskonferenzen ausrichten. Wobei klar ist, dass wir offen, aber nicht ohne Meinung in diese Konferenzengehen. Manches ist in der Tat nicht verhandelbar. Für
unsere Politikziele haben uns die Bürgerinnen und Bürger schließlich gewählt.

Dass ausgerechnet die uns nun Showveranstaltungen vorwerfen, die nie den Dialog gesucht und Kreise per Gerichtsbeschluss gezwungen haben den Eltern ihrer Kinder in die Tasche zugreifen, ist abenteuerlich. Etwas anderes als Verfahrenskrittelei fällt ihnen nicht
ein, das erinnert ein wenig an die Piratenpartei.

Natürlich gibt es Widerstände. CDU und FDP lehnen die Gemeinschaftsschule ab, sie fürchten zu Recht,dass sie auf Privilegien für wenige und Auslese von möglichst vielen künftig mehr und mehr verzichten müssen. Dafür nehmen wir auch Geld in die Hand und korrigieren die falsche Politik der Vorgängerregierung. Wir wollen die Gemeinschaftsschulen mit G9 als Alternative zu G8 Gymnasien. Und die beste Chance
haben doch die Regionalschulen und ihre Schülerinnen und Schüler wenn sie sich zu Gemeinschaftsschulen weiterentwickeln.

Schon in der ersten Landtagstagung haben wir die Richtung unserer Bildungsreise verdeutlichen können:

  • Wir geben 300 Lehrerstellen in das System zurück, damit werden die Gemeinschaftsschulen in ihrer Arbeit unterstützt und auch die Inklusion unterfüttert.
  • Wir stellen es den Kreisen wieder frei, wie sie mit den Schülerbeförderungskosten umgehen wollen. Diejenigen, die die Eltern nicht belasten wollen, müssen es nun nicht mehr tun.
  • Wir wollen die Lehrerausbildung an die veränderten Anforderungen anpassen und Stufenlehrerinnen und -lehrer ausbilden.

Unser Koalitionsvertrag will Chancengleichheit und längeres gemeinsames Lernen. Das Ziel ist klar. Über den Weg wird der Dialog gesucht, der alle Beteiligten einbezieht.

Dieser Artikel ist auch auf ralf-stegner.de erschienen.