Bernd Heinemann: „Panik und Impfen gehören nicht zusammen“

Das Paul-Ehrlich-Institut hat am 26.10.2012 die Länder über den Rückruf von bestimmen Chargen des Grippeimpfstoffes „Begripal“ und „Fluad“ informiert. Bernd Heinemann, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion mahnt: " Angesichts der Tatsache, dass offensichtlich ein Impfhersteller Fehler gemacht hat und die in der Ausschreibung gemachten Versprechungen möglicherweise nicht eingehalten werden können, müssen die richtigen Konsequenzen gezogen werden.

Das Paul-Ehrlich-Institut hat am 26.10.2012 die Länder über den Rückruf von bestimmen Chargen des Grippeimpfstoffes „Begripal“ und „Fluad“ informiert. Bernd Heinemann, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion mahnt: “ Angesichts der Tatsache, dass offensichtlich ein Impfhersteller Fehler gemacht hat und die in der Ausschreibung gemachten Versprechungen möglicherweise nicht eingehalten werden können, müssen die richtigen Konsequenzen gezogen werden.

Nach den bisher dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) vorliegenden Informationen könnten nach Verabreichung der betroffenen Impfstoffchargen innerhalb weniger Stunden Unverträglichkeitsreaktionen auftreten. Dies können allergische bis hin zu anaphylaktische Reaktionen sein. Spätere Reaktionen oder Spätfolgen wurden bisher nicht beschrieben.

„Das Paul-Ehrlich-Institut hat in der aktuellen Saison noch keine Nebenwirkungsmeldungen über schwere Unverträglichkeitsreaktionen erhalten.Es ist im Sinne der Risikovorsorge und der Sicherheit der Verbraucher jedoch geboten, die Freigabe für bestimmte Impfstoffchargen zurück zunehmen, da Ausflockungen im Impfstoff und damit schwere Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden können“, so PEI-Präsident Prof. Klaus Cichutek.

Fluad und Begripal werden von Novartis Vaccines in Italien produziert und durch das staatliche italienische Kontroll-Labor geprüft. Auf Grundlage dieser Prüfungen erfolgt die Freigabe dieser Impfstoffe durch das PEI für den deutschen Markt. Die Ausflockungen sind dem Unternehmen bei Prüfungen in einer noch nicht freigegebenen Charge aufgefallen und wurden daraufhin mitgeteilt.“ Der ebenfalls von Novartis Vaccines in Marburg produzierte Impfstoff Optaflu ist von der o.g. Maßnahme nicht betroffen.

„Die vom Paul-Ehrlich-Institut zurückgenommenen Chargen der Grippeimpfstoffe Begripal und Fluad sind klar beschrieben. Es ist Aufgabe der Experten auf Bundesebene die richtigen Schlüsse zu ziehen und Maßnahmen zu ergreifen. Das Landesgesundheitsministerium hat hierbei keine direkte Eingriffsmöglichkeit,“ so Bernd Heinemann.

Er weißt darauf hin: „Das Verfahren der Ausschreibungen ist eine Konsequenz aus dem von CDU und FDP zu verantwortenden Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG). Es ist richtig, dass die Gesundheits-/Pharmakosten im Blick behalten werden müssen. Das aktuelle Verfahren und der Zuschlag der Ausschreibung muss evaluiert werden. Politik darf sich aber nicht bei der nächsten Gelegenheit von Torpedierungsversuchen einzelner Pharmaunternehmen ins Boxhorn jagen lassen.“

Informationen zu diesem Impfstoff, aus denen hervorgeht, dass die öffentlich diskutierte Befürchtung einer möglichen Krebsgefahr nicht gegeben ist, finden Sie auf der Homepage des Paul-Ehrlich-Instituts.

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