SPD-Frauen tagen mit Ministerin Alheit

Am Sonnabend, den 3. November, fand in Wrist die Landeskonferenz der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) statt. Highlight der gut besuchten Veranstaltung war der Bericht von Kristin Alheit, Ministerin für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung, und die anschließende Aussprache mit den Delegierten. Gleich zu Anfang ihrer Rede wies Alheit den Anspruch mancher Politikerkolleginnen, „selber emanzipiert“ zu sein, als falsch und vermessen zurück; stattdessen betonte sie die Notwendigkeit, in allen Bereichen von Politik und Gesellschaft an unerledigte Gleichstellungsaufgaben zu erinnern. In ihrem Ressort sei dieses Querschnittsthema besonders gut zu bearbeiten – so sehe sie Kitapolitik immer auch als Gleichstellungs­politik.

Am Sonnabend, den 3. November, fand in Wrist die Landeskonferenz der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) statt. Highlight der gut besuchten Veranstaltung war der Bericht von Kristin Alheit, Ministerin für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung, und die anschließende Aussprache mit den Delegierten. Gleich zu Anfang ihrer Rede wies Alheit den Anspruch mancher Politikerkolleginnen, „selber emanzipiert“ zu sein, als falsch und vermessen zurück; stattdessen betonte sie die Notwendigkeit, in allen Bereichen von Politik und Gesellschaft an unerledigte Gleichstellungsaufgaben zu erinnern. In ihrem Ressort sei dieses Querschnittsthema besonders gut zu bearbeiten – so sehe sie Kitapolitik immer auch als Gleichstellungs­politik.

Große Freude gab es in der Versammlung über die Zusage der Ministerin, die unter CDU und FDP gekürzten Landesmittel für Frauenhäuser und Beratung gegen Gewalt wieder aufzustocken. Allerdings müssten über die besten Modelle für die Zukunft noch mit allen Beteiligten Gespräche geführt werden. Die vielen Fragen der Delegierten beantwortete Kristin Alheit kompetent, konstruktiv und unterstützend, und versprach: „Ihr dürft mich anrufen!“

Ein gelungener Einstand, befanden die SPD-Frauen – und eine Bestätigung, so rasch wie möglich auch mit den anderen Landesministerien in Kontakt zu treten, damit Gleichstellung im Regierungsalltag nirgends „vergessen“ werden kann. Dazu kam der Appell, die Listen für Kommunal- und Bundestagswahl durchgängig nach dem „Reiß­verschluss­prinzip“ aufzustellen, Gender Budgeting (= geschlechtergerechte Haushalts­führung) ab sofort auf allen politischen Ebenen umzusetzen und entschlossen auch gegen Mehrfachdiskriminierung vorzugehen. In den zahlreichen Grußworten – von Bürger­meister Johann-Hinrich Wrage, der Europaabgeordneten Ulrike Rodust, der Bundes­tags­abgeordneten Gabriele Hiller-Ohm, der Landtagsabgeordneten Birgit Herdejürgen, der neuen ASF-Kreischefin Gerlinde Böttcher-Naudiet und der stell­vertretenden Juso-Landesvorsitzenden Merle Stöver – wurden immer zugleich Aufträge für die Landes-ASF und der Wunsch nach enger Zusammenarbeit deutlich. Vor allem die Juso-Vertreterin machte in einer temperamentvollen und inspirierenden Rede auf neue Horizonte von Gleichstellung aufmerksam, um das Zwei-Geschlechterrollen-Schema zu durchbrechen und sich konsequent „für alle Nichtprivilegierten“ einzusetzen.

Jugend überzeugte bei der ASF-Konferenz nicht nur inhaltlich, sondern auch personell: Dem neuen Vorstand gehört – mit einem großartigen Stimm­ergebnis – die Kielerin Christiane Buhl als Beisitzerin an. Als weitere Beisitzerinnen wurden von der Versamm­lung Viola Blankenhagen, Sabine Gilleßen, Barbara Philipsen und Karin Thissen gewählt. Das Verfahren war spannend, denn es hatte noch zwei weitere Bewerberinnen gegeben; angesichts der durchweg überzeugenden und engagierten Kandidatinnenvorstellungen wurde die Entscheidung schwer und das Ergebnis knapp. Schriftführerin bleibt Gerlinde Böttcher-Naudiet, neuerdings auch Steinburger ASF-Kreisvorsitzende (s.o.); Ulrike Opravil und Annette Schlichter-Schenck, die bereits dem vorigen Vorstand als Beisitzerinnen angehörten, sind nun zu stell­vertretenden Vorsitzende gewählt; und als erste Vorsitzende wurde Cornelia Östreich mit einem 100%igen Ergebnis bestätigt.

Die Antragsdebatte war diesmal ungewöhnlich lang und intensiv – Beweis dafür, dass die ASF innerhalb der SPD auch kontroverse Themen anpackt und unter allen Aspekten ausdiskutiert. Ob Minijobs oder Rente, Standards für Gleichstellungsbeauftragte, die Möglichkeit anonymer Bewerbungen oder auch das „heiße Eisen“ religiös motivierter Körperverletzung: Bei den SPD-Frauen wurden die Anträge nicht einfach nur „durch­gewunken“, sondern kritisch bewertet und gemeinsam verbessert.

Der neue Vorstand nahm sofort die Arbeit auf und hat ein erstes Treffen noch im November vereinbart. Sehr herzlich wurden die bisherige stellvertretende Vorsitzende Bärbel Juister sowie Beisitzerin Snejina Lorenz für ihr langes Mitwirken geehrt und verabschiedet. Die Verabschiedung von Regina Selke, die ebenfalls lange engagiert als zweite Stellvertreterin im Vorstand mitgearbeitet hatte, aber aus beruflichen Gründen weder erneut kandidieren noch an der Konferenz teilnehmen konnte, wird im kleineren Rahmen zeitnah nachgeholt. Dies gilt auch für Beisitzerin Alicia Kulaga.

Foto (v.l.): Barbara Philipsen, Beisitzerin (Flensburg); Gerlinde Böttcher-Naudiet, Schriftführerin (Steinburg); Annette Schlichter-Schenck, stellv. Vorsitzende (Ostholstein); Cornelia Östreich, Vorsitzende (Lübeck); Ulrike Opravil, stellvertretende Vorsitzende (Dithmarschen); Christiane Buhl, Beisitzerin (Kiel); Viola Blankenhagen, Beisitzerin (Rendsburg-Eckernförde).