Was tun gegen die Wohnungsnot?

Kiel fehlt Wohn­raum. Ent­spre­chend sind die Miet– und Kauf­preise in den letz­ten Jah­ren rasant gestie­gen. Güns­tige Woh­nun­gen wer­den knapp. Schon jetzt kom­men viele Stu­die­rende nicht mehr unter. Aber das ist nur die Spitze des Eis­bergs; die Situa­tion wird sich in den nächs­ten Jah­ren auch für andere Bevöl­ke­rungs­grup­pen wei­ter ver­schlim­mern. Wie sich die Lage verbessern lässt diskutiere am 6. November 2012 in der Räucherei in Kiel die Kieler Oberbürgermeisterkandidatin Susanne Gaschke mit Experten aus der Wohnungswirtschaft und Innenminister Andreas Breitner.

Kiel fehlt Wohn­raum. Ent­spre­chend sind die Miet– und Kauf­preise in den letz­ten Jah­ren rasant gestie­gen. Güns­tige Woh­nun­gen wer­den knapp. Schon jetzt kom­men viele Stu­die­rende nicht mehr unter. Aber das ist nur die Spitze des Eis­bergs; die Situa­tion wird sich in den nächs­ten Jah­ren auch für andere Bevöl­ke­rungs­grup­pen wei­ter ver­schlim­mern. Wie sich die Lage verbessern lässt diskutiere am 6. November 2012 in der Räucherei in Kiel die Kieler Oberbürgermeisterkandidatin Susanne Gaschke mit Experten aus der Wohnungswirtschaft und Innenminister Andreas Breitner.

Kiel wächst. Stu­dien sagen vor­aus, dass bis 2025 bis zu 12.000 Men­schen zusätz­lich in die Stadt zie­hen wer­den. Nach Erkennt­nis­sen des Mie­ter­bun­des müsste Kiel jähr­lich 580 neue Woh­nun­gen bauen, um den Bedarf zu decken. Tat­säch­lich wur­den seit 2007 jedoch nur 168 Woh­nun­gen jähr­lich fer­tig gestellt. Junge Fami­lien, Gering­ver­die­ner, Rent­ner und Emp­fän­ger von Trans­fer­leis­tun­gen wer­den dann aber abseh­bar große Pro­bleme bekom­men, in Kiel woh­nen zu kön­nen – wenn die Poli­tik nicht gegensteuert.

Kiels SPD-Oberbürgermeisterkandidatin Susanne Gaschke hat das Problem erkannt: „Bei den Studierenden, Singles und jungen Familien ist Druck.” Und es soll nicht nur Thema des Wahlkampfes sein. Susanne Gaschke will handeln. Sie will als Oberbürgermeisterin Wohnungen in Kiel bauen. Um zu klären, welche Möglichkeiten es gibt, traf sie am 6. November 2012 Experten:

  • Andreas Breitner (Innenminister des Landes Schleswig-Holstein)
  • Jochen Kiersch (Kieler Mieterverein)
  • Benjamin Raschke (Studentenwerk)
  • Dirk Scheelje (baupolitischer Sprecher der Grünen Ratsfraktion).

Moderiert von Ratsherr Hans-Werner Tovar diskutierte die Runde die Lage und Lösungsansätze.

Braucht Kiel eine neue städtische Wohnungsbaugesellschaft?

Susanne Gaschke führte aus, dass die Stadt im Moment nicht handlungsfähig sei. Es fehlen ihr die Instrumente, um einzugreifen. Sie zeigte zwei Lösungsmöglichkeiten auf: zum einen kann die Kommune eine eigene Wohnungsbaugesellschaft gründen, um in Eigenregie Wohnraum zu bauen. Zum anderen kann sie Genossenschaften fördern. Dirk Scheelje, baupolitischer Sprecher des Grünen Kooperationspartners, pflichtete ihr bei: „ Die Stadt muss sagen, was und wo gebaut wird.“ Dabei waren sich alle einig: Man wird immer auch privates Kapital einwerben müssen – und gut können. Denn Wohnungsbau nützt den Mietern und ist zudem eine attraktive Kapitalanlage.

Der Abzug der Marineflieger als Chance für Wohnen am Wasser

Als ersten Schritt will die OB-Kandidatin alle wichtigen Akteure an einen runden Tisch holen. Neubau auf dem Marineflieger-Gelände in Holtenau oder an der Hörn ist dann eine Variante. „Kiel muss endlich Wohnungen zum Wasser hinbauen und nicht vom Wasser weg“, brachte es Susanne Gaschke auf den Punkt. Auch Innenminister Andreas Breitner zeigte sich angetan. Das Land Schleswig-Holstein stellt Kiel 38 Mio. Euro für Wohnungsbau zur Verfügung. Insbesondere wolle die Landesregierung sozialen Wohnraum fördern. Als gelungenes Beispiel nannte der Innenminister den Gustav-Schatz-Hof in Gaarden, ein Wohnquartier, das auf der Fläche einer alten Kaserne entstanden ist.

Guter Wohnraum auch für die Schwachen

Ebenso wichtig ist es aber, bestehenden Wohnraum zu erhalten bzw. wieder attraktiv zu machen. Allzu oft lassen Besitzer mit Transferempfängern belegte Wohnungen verfallen, weil sie die Miete ohnhehin von der Stadt bekämen. Gaschke betonte, dass die Stadt dagegen mit den Eigentümern ins Gespräch kommen müsse. Besonders gut lässt sich mit dem Studentenwerk zusammenarbeiten. Noch hat Kiel nur für 6% der Studierenden Wohnheimplätze – im Bundesdurchschnitt sind es mit 12% doppelt so viele. Die Studenten drängen deshalb auf den normalen Wohnungsmarkt. Hier könnte das Studentenwerk gut den Druck durch Neubauten verringern.

Am Ende waren sich alle einig: Wohnungsbau ist eines der zentralen Themen der Zukunft in Kiel. Die Kooperation im Rathaus wird dies unter der Führung von Susanne Gaschke gemeinsam und unterstützt vom Land Schleswig-Holstein angehen.

Kiel hat die Wahl

Die Stichwahl für das Amt der Oberbürgermeisterin der Stadt Kiel findet am 11. November 2012 statt. Wer seine Wahlbenachrichtigung nicht mehr hat, kann auch mit dem Personalausweis seine Stimme abgeben.