10-Milliarden-Programm für Ganztagsschulen

„Bis 2020 müssen wir die Grundlagen für einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz schaffen!“ Das fordert der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann.

„Bis 2020 müssen wir die Grundlagen für einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz schaffen!“ Das fordert der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann.

Auf dem 20. Bildungsforum der Kreis Pinneberger SPD, das jetzt in Barmstedt stattfand, plädierte der Bildungsfachmann für eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Kommunen in diesem Bereich. Rund 10 Milliarden Euro werden die drei politischen Ebenen dafür mittelfristig in die Hand nehmen müssen, schätzt der Politiker, der in Berlin als bildungspolitischer SPD-Sprecher auch Projektleiter für „Gute Ganztagsschule“ beim „Projekt Deutschland 2020“ seiner Fraktion ist.

Über die Notwendigkeit dieser Initiative bestand bei den Teilnehmern der Diskussion Einigkeit. „Das Vier-Milliarden-Programm von Gerhard Schröder und seiner Bildungsministerin Edelgard Bulmahn war der gute und notwendige Startschuss für den Ausbau der Ganztagsschulen“, machte Kai Vogel, schulpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, deutlich. „Mit den 135 Millionen Euro, die davon nach Schleswig-Holstein gekommen sind, ist eine echte Umgestaltung der Bildungslandschaft begonnen worden.“

Das bestätigte auch Ulf Daude, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD Schleswig-Holstein. Er trat auch dafür ein, verstärkt auf mehr Qualität in der Ganztagsschule zu setzen. „Die Zahl der Ganztagsschulen sagt nichts darüber aus, wie gut sie sind“, so Daude. Eine Einschätzung, die Rossmann unterstützte: „Wir haben zwar 50 Prozent Schulen mit Ganztagsangebot, aber nur ein Fünftel der Kinder sind Ganztagsschüler. Da ist noch viel zu tun“, erläuterte der Politiker.

Ein besonderes Feld bei der Qualitätsoffensive soll nach Auffassung der Sozialdemokraten das Schulessen sein. „In den Bereich der Schulmensen ist ein großer Teil der Gelder aus dem Ganztagsprogramm von Edelgard Bulmahn geflossen. Wichtig ist jetzt, dass diese Institutionen auch angenommen werden“, skizzierte Vogel eine der Herausforderungen in diesem Bereich.

Die Leiterin der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Schleswig-Holstein, Dr. Birgit Braun, die Rossmann zur Vertiefung dieses Spezialthemas eingeladen hatte, machte deutlich, dass Essen in der Ganztagsschule mehr sei als Versorgung mit Nahrungsmitteln: „Essen in der Schule ist ein soziales Ereignis und ein Akt sozialen Lernens. Deswegen muss das Schulessen auch auskömmlich finanziert sein.“

Einigkeit zwischen den Experten und den Teilnehmern im Plenum, darunter Schulleitern, Jugendpflegern und Aktiven aus dem Jugendverbandsbereich, bestand darüber, dass ein kleiner Eigenbeitrag dabei vertretbar sei, mahnten aber, kommunale Zuschüsse nicht zu kürzen.

„Das Essen muss in das Schulleben integriert werden“, regte Braun in Richtung der anwesenden Schulleiter an. „Die besten Erfahrungen machen wir dort, wo Schulen eine eigene Hauswirtschaftsleitung haben, weil dann das Mobilisieren ehrenamtlicher Teams am besten klappt.“ Das Schulessen müsse als Partizipationsprojekt begriffen werden, forderte die Leiterin der Vernetzungsstelle.

Dieses Verständnis passe gut zum Konzept der SPD für eine „gute Ganztagsschule“, wie es in der Bundestagsfraktion der Sozialdemokraten diskutiert werde, befand Gastgeber Rossmann. Für die SPD sei dieses Projekt eines der ganz wichtigen Themen für die kommenden Jahre. „Deswegen wollen und werden wir mit Schulen, Kommunen, Jugendverbänden, Sportvereinen und anderen weiter das Gespräch suchen“, kündigte der Bundestagsabgeordnete an.

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