Neue Initiativen in der Hochschulpolitik

Mehr beruflich Qualifizierte für ein Studium gewinnen, die Geschlechtergerechtigkeit fördern, den Universitätsrat abschaffen, die universitäre Lehre und die Fachhochschulen stärken - das sind einige der Initiativen, die Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Waltraud ‚Wara‘ Wende 2013 in den Mittelpunkt ihrer Hochschulpolitik stellen will. „Wir haben Ende vergangenen Jahres auf der Hochschulkonferenz die Leitlinien für unsere Hochschulpolitik vorgestellt und arbeiten jetzt mit den dort erhaltenen Anregungen und Empfehlungen weiter.“ In den nächsten Monaten werde der Dialog fortgesetzt - unter anderem in Gesprächen mit den Studierenden. „Hochschulen, Studierende, Beschäftigte und Politik wollen alle ein starkes Hochschulland Schleswig-Holstein. Und daran arbeiten wir gemeinsam“, betonte die Ministerin. Ziel sei es, die Ergebnisse des Dialogs in ein neues Hochschulgesetz einfließen zu lassen. Das solle spätestens Anfang 2014 in den Landtag eingebracht werden.

Mehr beruflich Qualifizierte für ein Studium gewinnen, die Geschlechtergerechtigkeit fördern, den Universitätsrat abschaffen, die universitäre Lehre und die Fachhochschulen stärken – das sind einige der Initiativen, die Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Waltraud ‚Wara‘ Wende 2013 in den Mittelpunkt ihrer Hochschulpolitik stellen will. „Wir haben Ende vergangenen Jahres auf der Hochschulkonferenz die Leitlinien für unsere Hochschulpolitik vorgestellt und arbeiten jetzt mit den dort erhaltenen Anregungen und Empfehlungen weiter.“ In den nächsten Monaten werde der Dialog fortgesetzt – unter anderem in Gesprächen mit den Studierenden. „Hochschulen, Studierende, Beschäftigte und Politik wollen alle ein starkes Hochschulland Schleswig-Holstein. Und daran arbeiten wir gemeinsam“, betonte die Ministerin. Ziel sei es, die Ergebnisse des Dialogs in ein neues Hochschulgesetz einfließen zu lassen. Das solle spätestens Anfang 2014 in den Landtag eingebracht werden.

Martin Habersaat, hochschulpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion meint: „Mehr Hochschulabsolventen, demokratische Mitbestimmung und eine Überwindung der künstlichen Trennung zwischen Universitäten und Fachhochschulen sind Ecksteine sozialdemokratischer Hochschulpolitik.“ Weiterhin wies er darauf hin, dass die Hochschulkonferenz im November war der erste Teil eines landesweiten Dialogs waren, der mit der Anhörung des Ministeriums zum Referentenentwurf des neuen Hochschulgesetzes und dann mit der Anhörung des Bildungsausschusses zum Kabinettsentwurf eine Intensität der Beteiligung aller Betroffenen erreicht, die es bisher nicht gegeben habe.

Prof. Dr. Wara WendeMehr Geschlechtergerechtigkeit

Breit diskutiert wurde auf der Hochschulkonferenz das Thema Geschlechtergerechtig-keit. Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darin, dass die Frauenquote an den Hochschulen signifikant gesteigert werden müsse. Deshalb werde das Thema Geschlechtergerechtigkeit zukünftig in die Zielvereinbarungen zwischen Land und Hochschulen aufgenommen. Geprüft werde zudem, in welcher Form die Gleichstellungsbeauftragten gestärkt werden könnten. Ministerin Wende: „Geschlechtergerechtigkeit an den Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen ist eine zentrale Querschnittsaufgabe. Deshalb streben wir im Rahmen des neuen Hochschulgesetzes an, die Rolle der Frauen zu stärken.“ Parallel soll die Beteiligung der schleswig-holsteinischen Hochschulen am Professorinnen-Programm des Bundes und der Länder forciert werden. „Bundesweit waren 2010 19 % der Professoren Frauen, in Schleswig-Holstein nur ca. 15 %; das ist undiskutabel wenig. In Zeiten von Bundeskanzlerinnen und Ministerpräsidentinnen müssen Land und Hochschulen es als gemeinsame Aufgabe verstehen, zu mehr weiblichen Doktoranden, Habilitanden und Professoren zu kommen,“ erklärte Martin Habersaat.

Zusammenarbeit stärken – Universitätsrat abschaffen

Die bestehenden Ansätze der Zusammenarbeit von Universitäten und Fachhochschulen sollen landesweit intensiviert und ausgebaut werden. „Darüber hinaus werden wir dem Wunsch aller drei Universitäten folgen und den zurzeit existierenden Universitätsrat kurzfristig abschaffen. Ein entsprechender Gesetzentwurf wird demnächst vorgestellt“, sagte die Wissenschaftsministerin. Stattdessen solle es – wie bundesweit üblich und an unseren Fachhochschulen bereits Realität – individuelle Hochschulräte für die Universitäten geben. Martin Habersaat sagte „Wir haben das 2007 von uns mit beschlossene Hochschulgesetz sechs Jahre lang in der Praxis erprobt und ziehen daraus jetzt Konsequenzen. Das Experiment, für die drei Universitäten einen gemeinsamen Universitätsrat, aber für jede der übrigen Hochschulen einen eigenen Hochschulrat einzurichten, ist fehlgeschlagen. Die Alternativen können nur sein, entweder einen gemeinsamen Landeshochschulrat für alle öffentlichen Hochschulen oder getrennte Gremien für jede zu bilden. Letzteres ist wohl die näherliegende Option, über die wir nach den Anhörungen im nächsten Jahr entscheiden werden.“

Fachhochschulen stärken

„Fachhochschulen sind gleichberechtigte Partner im Konzert der akademischen Ausbil-dung“, so Ministerin Wende. An den Fachhochschulen finde nicht nur exzellente Lehre statt, sondern werde auch anwendungsorientiert geforscht und zum Teil sogar Grundla-genforschung betrieben. Dies gelte es anzuerkennen: Deshalb sollen finanzielle Mittel bereitgestellt werden, um forschungsstarken FH-Professorinnen und FH-Professoren eine Reduzierung ihrer umfangreichen Lehrverpflichtung zu ermöglichen. Wende: „Wir werden außerdem prüfen, wie die Vorlesungszeiten der Fachhochschulen denen der Universitäten angeglichen werden können, damit Fachhochschulen und Universitäten besser in der Lehre kooperieren können und an den Fachhochschulen mehr Raum für Fachbereich übergreifende Projektarbeit und Forschung zur Verfügung steht.“ Außerdem sollen die Masterabsolventinnen und -absolventen der Fachhochschulen mehr als bisher die Möglichkeit erhalten, im Anschluss an ihren Abschluss zu promovieren. In diesem Zusammenhang werde unter anderem die Idee eines Schleswig-Holstein-Promotionskollegs geprüft. Universitäten und Fachhochschulen könnten über eine derartige Konstruktion gemeinsam die Betreuung von Promotionen sicherstellen, erläuterte die Ministerin. Martin Habersaat kommentierte „Die Idee, dass nur an Universitäten geforscht, an Fachhochschulen aber nur gelehrt werde, ist so überholt wie der Weihnachtsbaum vom letzten Jahr. Forschende FH-Professoren dürfen nicht länger durch überhöhte Lehrverpflichtungen bestraft werden. Der Weg zur Promotion an einer Uni nach einem FH-Master sollte immer selbstverständlicher werden. Eine Baustelle der Fachhochschulen bleibt der zu geringe Frauenanteil unter den Studierenden.“

Mehr Berufstätige für ein Studium gewinnen

„Mit Blick auf die Demografie und den zunehmenden Fachkräftemangel müssen wir verstärkt versuchen, alle potenziell Studierwilligen für ein Studium zu gewinnen“, erklärte ‚Wara‘ Wende. Deshalb sei auf der Hochschulkonferenz auch diskutiert worden, wie der Hochschulzugang für Berufstätige erleichtert werden könnte. Wende: „Wir wissen, dass mit dem bestehenden Hochschulgesetz die rechtlichen Rahmenbedingungen gegeben sind. Doch aus unterschiedlichen Gründen werden die Möglichkeiten nicht oder nur zögerlich genutzt.“ Es sei notwendig, aktiver zu informieren, Anreize zu schaffen und Hindernisse abzubauen. Wer bereits im Berufsleben stehe, so die Ministerin, wünscht sich berufsbegleitende Studienangebote oder stelle sich die Frage, ob sich ein Studium finanziell lohne. Und darauf müssten die Hochschulen stärker eingehen.