Häufung von Lebensmittelskandalen kein Zufall

Zu den neuerlich bekannt gewordenen Verstößen gegen das Lebensmittelgesetz erklärt die Tierärztin und SPD-Kandidatin für den Bundestagswahlkreis 3 (Steinburg/Dithmarschen-Süd/Bad Bramstedt) Dr. Karin Thissen: „Bei den Antibiotika-Funden in Putenfleisch handelt es sich nicht um Einzelfälle. Der verantwortliche Putenmäster findet es sicherlich bedauerlich, dass ausgerechnet er ,aufgeflogen’ ist. Ob diese Verstöße bekannt werden, hängt meist vom Zufall ab.“

Zu den neuerlich bekannt gewordenen Verstößen gegen das Lebensmittelgesetz erklärt die Tierärztin und SPD-Kandidatin für den Bundestagswahlkreis 3 (Steinburg/Dithmarschen-Süd/Bad Bramstedt) Dr. Karin Thissen: „Bei den Antibiotika-Funden in Putenfleisch handelt es sich nicht um Einzelfälle. Der verantwortliche Putenmäster findet es sicherlich bedauerlich, dass ausgerechnet er ,aufgeflogen’ ist. Ob diese Verstöße bekannt werden, hängt meist vom Zufall ab.“

Die Haltungsbedingungen von Mastgeflügel seien oftmals tierschutzrelevant. Erkrankungen des gesamten Tierbestandes seien dadurch vorprogrammiert. Sie würden von den Mast betrieben mit einkalkuliert – so sei es preisgünstiger, Krankheiten zu behandeln, als für gesündere Haltungsbedingungen zu sorgen. Und wenn klar sei, dass die Tiere erkrankten, würde „vorausschauend“ behandelt. „Die Tiere bekommen die Medikamente über das Futter. Kranke Tiere fressen schlecht“, sagt Karin Thissen. „Da erscheint es doch plausibel, Medikamente zu verabreichen, solange die Tiere noch gesund sind. Bevor die Tiere geschlachtet werden, muss die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit eingehalten werden. Das ist die Zeit, in der kein Medikament mehr verabreicht werden darf. Und wenn doch? Das macht doch nichts – das merkt doch keiner. Diese Einstellung zur Lebensmittelsicherheit ist beklagenswert, aber leider häufig“, so Karin Thissen weiter.

Als „blanken Zynismus“ empfindet Thissen die Aussage, eine akute Gesundheitsgefährdung durch den Verzehr bestehe nicht. Ganz sicher würde niemand erkranken oder tot umfallen, der ungewollt Antibiotika „verspeist“. „Ich habe mich zufällig gestern richtig tief in den Finger geschnitten. Damit sich die Wunde nicht entzündet, sollte ich ein paar Tage Putenfleisch essen“, spottet die Tierärztin. Die Gesundheitsgefährdung bestehe nicht für den einzelnen, sondern für alle. Mit besagtem Putenfleisch würden Antibiotika-Mengen aufgenommen, die deutlich unterhalb der therapeutischen Dosis lägen. Dadurch würden Bakterien, die sich immer im Körper befinden, resistent gegen eben dieses Antibiotikum. Diese Resistenz würde dann an andere „gefährliche“ Bakterien weitergegeben. „Damit wächst die Zahl der Krankheitserreger, die mit Antibiotika nicht mehr abgetötet werden können. Und darin liegt die große Gefahr für
uns alle“, betont Karin Thissen.