Tarif-Kompromiss für SPD-Beschäftigte in Schleswig-Holstein erzielt

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Nord und der SPD-Landesverband Schleswig-Holstein haben sich nach langem Ringen auf einen neuen Gehaltstarifvertrag für die bei der SPD in Schleswig-Holstein beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geeinigt.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Nord und der SPD-Landesverband Schleswig-Holstein haben sich nach langem Ringen auf einen neuen Gehaltstarifvertrag für die bei der SPD in Schleswig-Holstein beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geeinigt.

Die neue Vereinbarung sieht vor, dass alle SPD-Beschäftigten rückwirkend ab 01.01.2013 eine Erhöhung der Vergütungen um 125 € erhalten. Dies entspricht einer Erhöhung von 7,2% in der niedrigsten und 3,1% in der höchsten Gehaltsstufe. In der Gehaltsgruppe, die für die zumeist teilzeitbeschäftigten MitarbeiterInnen in den Kreisgeschäftsstellen gilt, wurde eine Gehaltserhöhung von 150 € (5,7% – 7,3%) vereinbart. Weiterhin werden die Vergütungen 2014 erneut um linear 2% erhöht.

Einig waren sich beide Seiten von vorneherein über eine Erhöhung des Mindestlohnes für kurzzeitige Aushilfen auf Veranstaltungen, Parteitagen oder Wahlkampfaktionen von 8,50 auf 10,50 €. Die Ausbildungsvergütungen steigen im 1. Ausbildungsjahr um 100 € auf 680 €, im 2. Ausbildungsjahr um 140 € auf 790 € und im 3. Ausbildungsjahr um 160 € auf 900 € monatlich. Als besonderen Bonus für ver.di Mitglieder wurde vereinbart, dass diese einen zusätzlichen Urlaubstag erhalten.

SPD-Schatzmeister Stefan Bolln sagte zu dem Abschluss: „Die SPD Schleswig-Holstein muss angesichts der finanziellen Belastungen durch die beiden vorgezogenen Landtagsneuwahlen 2009 und 2012 strikt auf Konsolidierungskurs bleiben. Dies ist uns mit diesem Abschluss gerade noch gelungen. Der während der Verhandlungen öffentlich erzeugte Eindruck, bei der SPD würde nicht gut bezahlt, geht allerdings an der Wirklichkeit völlig vorbei. Die bei der SPD beschäftigten Mitarbeiter haben neben sehr ordentlichen Stundenlöhnen eine 37 Stunden-Woche, 13,5 Gehälter, sowie eine betriebliche Altersversorgung. Zusätzlich haben wir noch für besondere Belastungen unserer Mitarbeiter einen Härtefond und bei längerer Krankheit stocken wir sogar das Krankengeld auf. Die Häme, die politische Mitbewerber geäußert haben, ist also nicht angebracht. Im Gegenteil: Sie sollten sich ein Beispiel an unserem Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nehmen.“

„Wir haben gezeigt, dass trotz eines schwierigen Umfeldes eine Lösung auf dem Verhandlungsweg möglich ist, auch wenn in Tarifkonflikten manchmal hart gekämpft werden muss“, so Dieter Altmann, Verhandlungsführer von ver.di Nord. „Wir haben einen Kompromiss erreicht, der deutliche Zuwächse bei den Einkommen garantiert und ver.di-Mitgliedern einen zusätzlichen Urlaubstag zusichert. Wenig übrig haben wir übrigens für die begleitenden hämischen Kommentare aus anderen Parteien. Wer Vergütungen nach Gutsherrenart ohne Tarifverträge zahlt, sollte sich besser zurückhalten, wenn Tarifpartner, wenn auch hart in der Sache, miteinander verhandeln“, so Altmann weiter.

Beide Verhandlungsführer bewerteten den Abschluss insgesamt als tragbaren Kompromiss.