Mehr gemeinsames Lernen

Bildungsministerin Wara Wende (parteilos) hat einen ersten <a href="http://www.schleswig- holstein.de/Bildung/DE/Schwerpunkte/Schulgesetz_2013/SchG_Synopse__blob=publicationFile. pdf">Entwurf für das neue Schulgesetz</a> vorgestellt. Noch nie ist eine Schulgesetzänderung so gut vorbereitet worden wie diese. Zum ersten Mal ist mit dem erfolgreichen Bildungsdialog auch das Versprechen eingelöst worden, frühzeitig alle an Bildung beteiligen Gruppen in den Prozess einzubeziehen. Das Kabinett wird sich im September wieder mit dem Schulgesetz befassen, danach folgen die Landtagsberatungen.

Bildungsministerin Wara Wende (parteilos) hat einen ersten Entwurf für das neue Schulgesetz vorgestellt. Noch nie ist eine Schulgesetzänderung so gut vorbereitet worden wie diese. Zum ersten Mal ist mit dem erfolgreichen Bildungsdialog auch das Versprechen eingelöst worden, frühzeitig alle an Bildung beteiligen Gruppen in den Prozess einzubeziehen. Das Kabinett wird sich im September wieder mit dem Schulgesetz befassen, danach folgen die Landtagsberatungen.

Die SPD will im Parlament den Kurs des Dialogs fortführen und in der schriftlichen und mündlichen Anhörung den Verbänden und Einrichtungen Gelegenheit geben, weitere Vorschläge zum wichtigsten Gesetz im Bildungsbereich zu machen.

Das Schulgesetz soll zum Schuljahr 2014/15 wirksam werden. Kernelement der Schulgesetz-Änderungen ist die Einführung der zweigliedrigen Schulstruktur mit Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. Mit dem vorliegenden Entwurf sollen die Systemdebatten beendet und die Konzentration auf viele weitere wichtige Fragen im Bildungsbereich (z.B. Inklusion, Übergang Schule/Beruf, Schulartempfehlung nach der Grundschule) ermöglicht werden.

Die Leitgedanken der Gesetzesänderungen sind:

  • mehr gemeinsames Lernen,
  • weniger Aussortieren
  • und das Ziel, allen Jugendlichen zu einem Abschluss zu verhelfen.

Die wichtigsten neuen Regelungen im Einzelnen:

  1. Gemeinschaftsschulen: An den Gemeinschaftsschulen können drei Bildungsabschlüsse erworben werden: die „Berufsbildungsreife“ nach neun Jahren, der „Mittlere Abschluss“ nach zehn Jahren und das Abitur nach 13 Jahren (G9).
  2. Gymnasien: An den Gymnasien wird in der Regel nach acht Jahren das Abitur erworben (G8); die im Schuljahr 2014/15 bereits bestehenden G9- und GY-Gymnasien (G8 und G9) erhalten Bestandsschutz.
  3. Regionalschulen: Alle bestehenden Regionalschulen mit mindestens 240 Schülerinnen und Schülern werden zum 1. August 2014 in Gemeinschaftsschulen umgewandelt.
  4. Kooperationen: Im Gesetzentwurf heißt es: „Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe sollen mit allgemein bildenden Schulen mit Oberstufe oder mit Beruflichen Gymnasien zusammenarbeiten“ (§43, neuer Absatz 6). Hier sind Gymnasien nicht ausgeschlossen. Die SPD wünscht sich allerdings echte Kooperation, die Gymnasien müssten sich über das teilweise verbreitete „wer die Voraussetzungen mitbringt, darf es bei uns versuchen“ hinaus bewegen. Diese Kooperationen gewährleisten, dass die Schülerinnen und Schüler bereits mit dem Wechsel von der Grundschule in die weiterführende Schule „ihre“ Oberstufe kennen. Die freie Schulwahl bleibt davon unberührt. Die ehemaligen Gymnasien mit Regionalschulteil dürfen Gymnasien mit Gemeinschaftsschulteil werden. Weitere Schulen dieser Art soll es nicht geben, weil das Prinzip einer Gemeinschaftsschule ja gerade ist, dass alle Schülerinnen und Schüler dort beschult werden.
  5. Abschlussbezogene Klassenverbände: Abschlussbezogene Klassenverbände gibt es zukünftig nur noch an den Gymnasien. An den Gemeinschaftsschulen wird es mit Ausnahme der „flexiblen Übergangsphase“ (Flex-Klassen, die zur Berufsbildungsreife führen sollen) keine abschlussbezogenen Klassenverbände mehr geben. Der Unterricht findet in binnendifferenzierender Form statt. Ab der Jahrgangsstufe 7 ist es allerdings möglich, die Lerngruppen nach Leistungsfähigkeit und Neigung der Schülerinnen und Schüler zu differenzieren.

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