Ministerin Wende diskutiert über G8

„Schule ist ein lernendes System, Politik auch. Ich will nicht gegen die Beteiligten Schulpolitik machen, sondern mit allen gemeinsam“, sagte heute (18. Juni) Bildungsministerin Prof. Dr. Waltraud 'Wara' Wende (parteilos) nach einer Veranstaltung am Montagabend zum Thema 'Fünf Jahre G8', zu der sie im Rahmen des Bildungsdialogs eingeladen hatte. 'Was läuft gut im achtjährigen gymnasialen Bildungsgang?', 'Was muss besser werden?' und vor allem 'Was wünschen sich die Beteiligten?' - diese Fragen wurden im Ministerium diskutiert. „Ich möchte wissen, was bereits gut läuft und wo es noch hakt“, brachte die Bildungsministerin das Ziel des Treffens auf den Punkt.

„Schule ist ein lernendes System, Politik auch. Ich will nicht gegen die Beteiligten Schulpolitik machen, sondern mit allen gemeinsam“, sagte heute (18. Juni) Bildungsministerin Prof. Dr. Waltraud ‚Wara‘ Wende (parteilos) nach einer Veranstaltung am Montagabend zum Thema ‚Fünf Jahre G8‘, zu der sie im Rahmen des Bildungsdialogs eingeladen hatte. ‚Was läuft gut im achtjährigen gymnasialen Bildungsgang?‘, ‚Was muss besser werden?‘ und vor allem ‚Was wünschen sich die Beteiligten?‘ – diese Fragen wurden im Ministerium diskutiert. „Ich möchte wissen, was bereits gut läuft und wo es noch hakt“, brachte die Bildungsministerin das Ziel des Treffens auf den Punkt.

Fünf Jahre nach Einführung von G8 berichteten Schüler und Schülerinnen, Schulleiter, Lehrkräfte und Elternvertreter aus ihrem Alltag. Im Fokus des Treffens standen dabei nicht Pro- und Kontra-Argumente für G8, sondern im Zentrum des Dialogs standen qualitative Fragen der Schulentwicklung: Wie ist gute Schule organisiert? Wann gelingt Unterricht? Was können Schulen voneinander lernen?

Dabei wurde deutlich, dass ‚gute‘ Schule nicht vorrangig davon abhängt, ob der Bildungsgang 8 oder 9 Jahre dauert, sondern ob die Lehrkräfte einer Schule sich als Team verstehen und ob die Eltern, Schüler und Schülerinnen in die Gestaltung des Schulalltags einbezogen werden. Als besonders wichtig angesehen wurde, dass der Schul- und Unterrichtsalltag geschickt rhythmisiert wird, d.h. dass 45-, 60- und 90-minütige Unterrichtseinheiten mit Entspannungs- und Regenerationsphasen kombiniert werden. Wichtig sei darüber hinaus, dass Unterrichtsinhalte fächerübergreifend miteinander vernetzt, die inhaltliche Stofffülle zugunsten von fachspezifischen Methodenkompetenzen reduziert und das eigenverantwortliche und selbsttätige Arbeiten der Schüler ausreichend Raum erhalte. Außerdem müsse Schule, wenn sie gelingen soll, mehr bieten als schulischen Unterricht: zusätzliche Sport-, Musik- und Theaterangebote gehören genauso dazu wie eine gute Schulmensa.

Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren sich einig, dass die den Gymnasien zusätzlich zur Verfügung gestellten ‚Intensivierungsstunden‘ im Umfang von 8 Stunden eine wichtige und sehr hilfreiche Maßnahme zur vertiefenden und zu individuellen Förderung der Schüler und Schülerinnen sei. Zudem war man sich einig, dass es wünschenswert wäre, die Zahl der vorgeschriebenen Leistungsnachweise und Klassenarbeiten zu flexibilisieren. Kontrovers diskutiert wurde, zu welchem Zeitpunkt sinnvollerweise mit der zweiten Fremdsprache zu beginnen sei.

Die Ministerin hob als besonders positiv hervor, dass das Treffen deutlich gemacht habe, dass es vielen G8 Gymnasien gelungen sei, den schulorganisatorischen Umbau von G9 zu G8 zu nutzen, um sich produktiv mit Fragen der qualitativen Schulentwicklung zu beschäftigen. Interessant in diesem Zusammenhang sei, dass es nicht das ‚eine‘ Modell einer ‚guten‘ und ‚erfolgreichen‘ Schule gebe, sondern ganze viele, ganz unterschiedliche Varianten guter Schule. Wichtig sei, dass man sich nicht gegeneinander abschotte, sondern voneinander lerne. „Das ist“, so die Ministerin, „schon deshalb wichtig, weil in den vergangenen fünf Jahren die qualitative Schulentwicklung keineswegs von allen G8 Gymnasien gleichermaßen gut angepackt wurde, so dass es große qualitative Unterschiede in der Umsetzung von G8 gibt. Diese Schulen können und müssen von guten Beispielen lernen.“

Besonderen Wert legte die Ministerin auch auf die Meinung der Schüler und Schülerinnen, die mehrheitlich betonten, dass G8 – wenn es gut umgesetzt sei – von ihnen nicht als Belastung empfunden werde, ihnen keineswegs die Freizeit raube und auch keine Freizeitaktivitäten verunmögliche. Wenn man heute weniger Zeit für Sport- und Musik-Vereine hätte, dann sei das weniger auf G8, sondern auf die Aktivitäten in den sozialen Netzwerken zurückzuführen, so einer der Schülervertreter.

Quelle: Ministerium für Bildung und Wissenschaft