Wende: „Die Gewinner sind die Schülerinnen und Schüler“

„Wir haben in den vergangenen Monaten intensiv um die Zukunft der schleswig-holsteinischen Schullandschaft gerungen, die Gewinnerinnen und Gewinner stehen fest: Es sind die Schüler und Schülerinnen in Schleswig-Holstein", sagte heute (22. Januar) Bildungsministerin Prof. Dr. Waltraud ‚Wara‘ Wende bei der zweiten Lesung des neuen Schulgesetzes im Landtag. Es habe in Schleswig-Holstein noch nie ein Schulgesetz gegeben, das - so wie das vorliegende - im Rahmen von mehreren Bildungskonferenzen, Workshops, Arbeitsgruppen und einem landesweiten Bildungsdialog mit den unterschiedlichen Interessenvertretern von Schule entstanden sei. „Viele haben ihre Ideen, Meinungen, aber auch ihre Kritik in die Debatte eingebracht, und dafür möchte ich mich bei allen Beteiligten herzlich bedanken", betonte die Ministerin. Auch den Fraktionen galt ihr Dank, die zwischen erster und zweiter Lesung des Gesetzentwurfes den begonnenen Dialog weitergeführt haben. Hilfreiche Anregungen aus dem parlamentarischen Anhörungsverfahren konnten noch eingearbeitet werden: „So viel Dialog war noch nie."

„Wir haben in den vergangenen Monaten intensiv um die Zukunft der schleswig-holsteinischen Schullandschaft gerungen, die Gewinnerinnen und Gewinner stehen fest: Es sind die Schüler und Schülerinnen in Schleswig-Holstein“, sagte heute (22. Januar) Bildungsministerin Prof. Dr. Waltraud ‚Wara‘ Wende bei der zweiten Lesung des neuen Schulgesetzes im Landtag. Es habe in Schleswig-Holstein noch nie ein Schulgesetz gegeben, das – so wie das vorliegende – im Rahmen von mehreren Bildungskonferenzen, Workshops, Arbeitsgruppen und einem landesweiten Bildungsdialog mit den unterschiedlichen Interessenvertretern von Schule entstanden sei. „Viele haben ihre Ideen, Meinungen, aber auch ihre Kritik in die Debatte eingebracht, und dafür möchte ich mich bei allen Beteiligten herzlich bedanken“, betonte die Ministerin. Auch den Fraktionen galt ihr Dank, die zwischen erster und zweiter Lesung des Gesetzentwurfes den begonnenen Dialog weitergeführt haben. Hilfreiche Anregungen aus dem parlamentarischen Anhörungsverfahren konnten noch eingearbeitet werden: „So viel Dialog war noch nie.“

In Schleswig-Holstein werde es zukünftig eine klar strukturierte Schullandschaft geben. Im Anschluss an die Grundschule werden Eltern zwischen Gymnasien, die in der Regel nach acht Jahren zum Abitur führen, und Gemeinschaftsschulen, die den neunjährigen Weg zum Abitur anbieten, wählen können. Chancengerechtigkeit bedeute, dass alle Schülerinnen und Schüler, unabhängig vom Unterstützungspotenzial ihrer Eltern, die bestmögliche Schulbildung erhalten. „Schule ist dann eine gute Schule, wenn Kinder und Jugendliche die Erfahrung machen, dass es Spaß macht, an der Welt des Wissens und Könnens teilzunehmen“, erklärte die Ministerin. „Darüber hinaus ist es wichtig, dass junge Menschen in der Schule lernen, sich in die Gefühle und Gedanken anderer Menschen hineinzuversetzen. Dass sie lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, und dass sie lernen, Andersdenkende zu tolerieren und Konflikte gewaltfrei auszutragen.“ Aufgabe von Schule sei nämlich nicht nur die altersgerechte Wissensvermittlung, sondern auch die Entwicklung sozialer Kompetenzen und die Förderung kreativer Potenziale, sagte Wende.

Die Kernpunkte des neuen Schulgesetzes:

  • Die Schullandschaft in Schleswig-Holstein hat künftig eine klare Struktur.
  • Im Anschluss an die Grundschule können Eltern und Kinder zwischen zwei Schularten wählen: Gemeinschaftsschule und Gymnasium.
  • An den Gymnasien wird in der Regel nach acht Jahren das Abitur erworben (G8). Die bestehenden elf Gymnasien mit einem neunjährigen Bildungsgang und die vier Gymnasien, die sowohl einen acht- wie einen neunjährigen Bildungsgang anbieten (das so genannte Y-Modell), können so fortgeführt werden.
  • An den Gemeinschaftsschulen können drei Schulabschlüsse erworben werden: der ‚Erste allgemeinbildende Schulabschluss‘ nach neun Jahren, der ‚Mittlere Schulabschluss’ nach zehn Jahren und die ‚Allgemeine Hochschulreife‘ nach 13 Jahren.
  • Im Sekundarbereich II kann dann zwischen drei Wegen gewählt werden:
    den Oberstufen der Gemeinschaftsschulen, den Oberstufen der Gymnasien und
    den Beruflichen Gymnasien. Damit gibt es drei unterschiedliche, aber gleichwertige Wege zum Abitur.
  • Kooperationen im Bereich der Oberstufe: Da nicht alle Gemeinschaftsschulen ei-ne eigene Oberstufe haben, können Schulen ohne eigene Oberstufe Kooperationen mit allgemein bildenden Schulen mit eigener Oberstufe und/oder Beruflichen Gymnasien eingehen. Diese Kooperationen gewährleisten, dass alle Schülerinnen und Schüler – sofern sie die schulischen Leistungsvoraussetzungen erfüllen – eine Rechtsgarantie auf den Besuch einer Oberstufe haben.
  • Regionalschulen mit mehr als 240 Schülerinnen und Schülern werden mit Beginn des neuen Schuljahrs in Gemeinschaftsschulen umgewandelt. Regionalschulen, die knapp darunter liegen, also mit mindestens 230 Schülerinnen und Schülern, erhalten eine um ein Jahr verlängerte Übergangsfrist. Sie werden erst am 31. Juli 2015 zu Gemeinschaftsschulen umgebaut, sofern die Schülerzahl bis zu diesem Zeitpunkt auf mindestens 240 angestiegen ist. Anderenfalls wird der Schulbetrieb mit Ablauf des Schuljahres 2019/20 eingestellt – wenn alle Schülerinnen und Schüler die Schule durchlaufen haben.
  • Die Schulübergangsempfehlung fällt weg. Stattdessen erfolgt im letzten Grund-schuljahr ein eingehendes verpflichtendes Beratungsgespräch, das den Eltern eine Orientierungshilfe bei der Wahl der weiterführenden Schule geben soll. Die Entscheidung, welche weiterführende Schule ein Kind besucht, treffen aber allein die Eltern.
  • Schrägversetzungen vom Gymnasium zur Gemeinschaftsschule bleiben möglich, sofern Gymnasien nachweisen können, dass ein Schüler oder eine Schülerin trotz schulinterner, individueller Förderung den Anforderungen des Gymnasiums nicht gewachsen ist.
  • Die Erweiterung der Experimentierklausel soll Gemeinden und Kommunen Spielraum geben, um innovative, qualitativ hochwertige Konzepte für den Erhalt einer kleinen Dorf-Grundschule zu entwickeln.
  • Die Einschulung der Kinder erfolgt, wenn sie bis zum 30. Juni eines laufenden Schuljahres sechs Jahre alt werden. So lange nicht sichergestellt werden kann, dass ‚alle‘ Kinder, die nicht im Alter von sechs Jahren eingeschult werden, statt-dessen eine hochwertige vorschulische Förderung erhalten, macht eine Flexibilisierung des Eingangsalters keinen Sinn. Es können nur Kinder beurlaubt werden, die aus gesundheitlichen Gründen nicht am Unterricht teilnehmen können.
  • Die Ersatzschulfinanzierung wird an den Schülerkostensätzen der Regelschulen orientiert: Sie wird damit fair, transparent und verlässlich.
  • Lehramts-Master-Studierende können im Rahmen von Schul-Praktika, die der beruflichen Qualifizierung dienen, in begrenztem Ausmaße Unterricht erteilen. Dies ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: für die Praktikanten, die konkrete Berufsfelderfahrungen sammeln können, für die betreuenden Fachlehrer, die in den von den Praktikanten übernommenen Unterrichtsstunden z.B. Klassenarbeiten korrigieren können, für die Schüler und Schülerinnen, die auf diese Weise Unterrichtsreihen erhalten, die gleich von zwei Personen, dem Fachlehrer und dem Praktikanten vorbereitet wurden. Gute Ausbildung ist praxisnahe Ausbildung, und eine gute Ausbildung ist der Garant für gute Schule.

Quelle: Medieninformation