Positive Tourismusentwicklung durch gute Arbeit und Ausbildung sichern

Der Deutsche Bundestag hat heute den Tourismuspolitischen Bericht der Bundesregierung der letzten Legislaturperiode debattiert. Trotz positiver Entwicklung der Übernachtungszahlen sieht die SPD-Bundestagsfraktion Handlungsbedarf, um für eine nachhaltig gute Entwicklung des Deutschlandtourismus zu sorgen.

Der Deutsche Bundestag hat heute den Tourismuspolitischen Bericht der Bundesregierung der letzten Legislaturperiode debattiert. Trotz positiver Entwicklung der Übernachtungszahlen sieht die SPD-Bundestagsfraktion Handlungsbedarf, um für eine nachhaltig gute Entwicklung des Deutschlandtourismus zu sorgen.

Mit einem Entschließungsantrag geben die Koalitionsfraktionen der Regierung Leitlinien zur Förderung des Tourismus auf den Weg. Die SPD setzt sich vor allem für gute Arbeit- und Ausbildungsbedingungen im Gastgewerbe ein, erklärt die Lübecker Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm als tourismuspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion:

„Fast drei Millionen direkt im Tourismus Beschäftigte tragen die gute touristische Entwicklung. Im dienstleistungsintensiven Gastgewerbe als größtem Arbeitgeber ist jedoch rund jeder Zweite nur geringfügig oder saisonal beschäftigt. Auch die Lohntüten von Vollzeitbeschäftigten in Hotels und Gaststätten sind im Durchschnitt deutlich geringer gefüllt als in den meisten anderen Branchen. Hier sind in erster Linie die Tarifpartner aufgefordert, höhere Lohnabschlüsse zu vereinbaren. Allerdings arbeitet rund die Hälfte der Beschäftigten in Gastbetrieben ohne Tarifbindung. Für zwei Drittel dieser Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wird der von der SPD im Koalitionsvertrag durchgesetzte gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro die Einkommenssituation ab Januar 2015 spürbar verbessern. Wirtschaft und Politik sind zudem gefordert, die Ausbildung im Gastgewerbe attraktiver zu machen, um dem Fachkräftemangel in der Branche entgegenzuwirken. Es muss künftig verhindert werden, dass jede zweite angehende Restaurantfachfrau oder jeder zweite Koch die Ausbildung vorzeitig abbricht. Die Wertschätzung und der Ruf der Berufe muss steigen.

Barrierefreiheit ist gerade auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ein Thema, dass immer mehr an Bedeutung gewinnt. Ziel muss es sein ein möglichst selbstständiges barrierefreies Reisen für alle Menschen zu erreichen, unabhängig davon, ob sie in ihren motorischen, sensorischen oder kognitiven Fähigkeiten eingeschränkt sind. Barrierefreiheit nützt aber auch reisenden Familien und älteren Menschen. Die SPD-Bundestagsfraktion setzt sich generell für eine bessere Erreichbarkeit ein. Dafür ist es notwendig, schrittweise die infrastrukturellen Voraussetzungen für einen Deutschland-Takt aus bundesweit funktionierenden und aufeinander abgestimmten Anschlüssen von Bahn und ÖPNV zu schaffen. Wir fordern zudem die Regierung auf, zeitnah ein Wassertourismuskonzept vorzulegen und den Ausbau des Radwegenetzes an Bundesverkehrswegen voranzutreiben. Nur mit guter Infrastruktur kann sich Tourismus entwickeln.“