„Leichte Sprache: der Lese-Einstieg“

In der zweiten Jahreshälfte will die Große Koalition die Weichen für eine „Alphabetisierungsdekade“ stellen. Das hat der Landesgruppensprecher der schleswig-holsteinischen SPD-Bundestagsabgeordneten und bildungspolitische Sprecher der Sozialdemokraten im Berliner Parlament angekündigt.

In der zweiten Jahreshälfte will die Große Koalition die Weichen für eine „Alphabetisierungsdekade“ stellen. Das hat der Landesgruppensprecher der schleswig-holsteinischen SPD-Bundestagsabgeordneten und bildungspolitische Sprecher der Sozialdemokraten im Berliner Parlament angekündigt.

„Im Kreis Pinneberg leben Schätzungen zufolge rund 25000 funktionale Analphabeten, in ganz Deutschland sind es 7,5 Millionen Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben haben“, berichtet Rossmann. „Darüber hinaus gibt es weitere 25 Millionen Menschen, die sich schwer tun, ein Buch in die Hand zu nehmen oder längere Texte zu lesen. Wir wollen das Thema deshalb endlich aus der Tabu-Ecke herausholen.“ Die SPD hat deshalb in der Koalition die Planung eines Jahrzehnts der Alphabetisierung durchgesetzt, die nun konkretisiert werden soll. „Wir wollen durch Grundbildungsangebote die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten stärken und unter anderem familienorientierte Angebote zur Förderung von Grundbildungskompetenzen an Kitas und Grundschulen aufbauen“, erläutert Rossmann. „Hierzu müssen Bund, Länder und Kommunen zusammenarbeiten. Wir können so für viele Menschen neue Möglichkeiten der Teilhabe erschließen, und davon werden letztlich alle beteiligten Ebenen profitieren.“

Teil der geplanten Maßnahmen ist die auch Unterstützung und Ausweitung von Leseangeboten in „leichter“ und in „einfacher“ Sprache, die Menschen mit Leseproblemen einen Einstieg in den Umgang mit Texten bieten. Rossmann: „In anderen Ländern wie beispielsweise den Niederlanden gibt es schon ein verhältnismäßig breites Angebot bis hin zur Wochenzeitung in ‚leichter‘ Sprache. Hier gilt es eine Menge aufzuholen.“

Ein positiver Mosaikstein ist für den Abgeordneten dabei die seit Juni erscheinende Beilage der Wochenzeitung „das Parlament“ in „leichter“ Sprache. Rossmann: „Was mich daran freut, ist vor allem das Signal: Es ist in den Köpfen derjenigen, die die Politik und ihre Inhalte vermitteln wollen, angekommen, dass auch diejenigen, die nicht gut lesen können, zu ihrer Zielgruppe dazugehören.“

Bereits für das laufende Jahr hat die Koalition zusätzliche Mittel in den Haushalt eingestellt. Im kommenden Jahr soll das Alphabetisierungsprojekt dann richtig Fahrt aufnehmen. „Für uns als SPD ist das ein echter Schwerpunkt in der Bildungspolitik der Koalition“, betont Rossmann.