Sozialdemokratische Frauen wählen neue Landesvorsitzende

Auf der Landesfrauenkonferenz, die in Lübeck stattfand, haben die schleswig-holsteinischen SPD-Frauen klare Position bezogen „Ohne uns ist kein Staat zu machen - Frauen sind die Hälfte der Menschheit und fordern gleichberechtigte Teilhabe“.

Auf der Landesfrauenkonferenz, die in Lübeck stattfand, haben die schleswig-holsteinischen SPD-Frauen klare Position bezogen „Ohne uns ist kein Staat zu machen – Frauen sind die Hälfte der Menschheit und fordern gleichberechtigte Teilhabe“.

Neue Vorsitzende ist Sabine Gilleßen aus Wyk auf Föhr, die der langjährigen Vorsitzenden Cornelia Östreich aus Bad Schwartau nachfolgt. Cornelia Östreich ist weiterhin als stellvertretende Landesvorsitzende im Landesvorstand. Diesem gehören weiterhin als stellvertretende Vorsitzende an: Christiane Buhl aus Rendsburg, Annette Schlichter-Schenk aus Oldenburg, Gerlinde Böttcher aus Horst, Franka Dannheiser aus Neumünster, Susanne Hövelmann-Schulze aus Flensburg und Susanne Kalweit aus Kiel.

„Ohne uns ist kein Staat zu machen“

„Wir haben überall kompetente Frauen – in der Kommune, in den Unternehmen, in Vereinen und Verbänden. Und doch ist es immer noch so, dass Frauen weder inhaltlich beteiligt noch angemessen repräsentiert sind. Es reicht nicht aus, dass wir das regelmäßig konstatieren. Wir brauchen effektive Instrumente, um das zu ändern – für die Wirksamkeit gehören Sanktionsmöglichkeiten dazu,“ formuliert Sabine Gilleßen den Ausgangspunkt der Arbeit. Die Konferenz beschloss, dass das Gleichstellungsgesetz mit mehr „Zähnen“ ausgestattet und überarbeitet werden muss. Weitere Diskussionen gingen um eine menschenwürdige Flüchtlingspolitik, Friedenspolitik und die Bekämpfung sexualisierter Gewalt.

Die Landtagsabgeordnete Simone Lange aus Flensburg rief in ihrer Rede dazu auf, nicht locker zu lassen, wenn es um frauenpolitische Themen geht. „ Es ist noch viel zu tun! Deshalb werden wir in der 2. Hälfte der Legislatur nicht nur weiter die Frauenberatung stärken, sondern auch die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten.“

Gabriele Hiller-Ohm, Bundestagsabgeordnete aus Lübeck, griff die Debatte um Flüchtlingspolitik auf und forderte: „Wir dürfen unsere Grenzen nicht schließen. Unsere Verantwortung ist, den Menschen in Not zunächst Sicherheit und dann auch eine Perspektive zu bieten.“

Die Konferenz beschloss ebenfalls Anträge für eine bessere Debattenkultur auf Parteitagen. „Das sind nur scheinbare Kleinigkeiten, aber diese scheinbaren Kleinigkeiten sind in ihrer Summe Rahmenbedingungen, die Frauen davon abhalten, politisch aktiv zu sein“, ordnet Sabine Gilleßen diesen Beschluss ein und kündigt an, dass genau das ein Schwerpunkt der Arbeit des Landesvorstands für die nächsten zwei Jahre sein wird. „Wir wollen interessierten Frauen erste Schritte in die Politik hinein erleichtern. Ein landesweites Mentoringprogramm wird der Rahmen dafür sein. Wir werden in den nächsten zwei Jahren auch neue Wege gehen, um Frauen in unsere Politik mit einzubeziehen“.

Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) ist die Frauenorganisation der SPD Schleswig-Holstein. Aufgaben der ASF sind die Interessen und Forderungen der Frauen in der politischen Willensbildung der Partei zur Geltung zu bringen und die politische Mitarbeit der Frauen in der Partei so zu verstärken, dass die politische Willensbildung der Partei gleichermaßen von Männern und Frauen getragen wird. Die AsF will Frauen mit der Politik und den Zielen der Partei vertraut zu machen, zur Änderung des gesellschaftlichen Bewusstseins beizutragen und weitere Mitglieder zu gewinnen und im Dialog mit Gewerkschaften, Verbänden, Organisationen und der deutschen und internationalen Frauenbewegung gemeinsame Forderungen entwickeln und durchsetzen.

Links