Es gibt keine Zauberlösung für die A 23

„Die Forderung nach einer umfassenden Freigabe der Standspur auf der A 23 ist wohlfeil, wenn dafür weder die rechtlichen noch die technischen Voraussetzungen gegeben sind.“ So kommentiert der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann die Forderungen seines CDU-Bundestagskollegen Dr. Ole Schröder nach einer schnellen Freigabe der Standspuren der A 23 im Kreis Pinneberg. „Auch sollte bedacht werden, welche Folgen diese Freigabe bei den eng getakteten Aus- und Abfahrten im Bereich Pinneberg/Rellingen/Halstenbek hätte, was Unfallgefahren und zusätzliche Staubildung angeht.“

„Die Forderung nach einer umfassenden Freigabe der Standspur auf der A 23 ist wohlfeil, wenn dafür weder die rechtlichen noch die technischen Voraussetzungen gegeben sind.“ So kommentiert der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann die Forderungen seines CDU-Bundestagskollegen Dr. Ole Schröder nach einer schnellen Freigabe der Standspuren der A 23 im Kreis Pinneberg. „Auch sollte bedacht werden, welche Folgen diese Freigabe bei den eng getakteten Aus- und Abfahrten im Bereich Pinneberg/Rellingen/Halstenbek hätte, was Unfallgefahren und zusätzliche Staubildung angeht.“

Entscheidend ist nach Auffassung des Sozialdemokraten, erst einmal die grundsätzliche Aufnahme und Finanzierung der Sechsspurigkeit in den vordringlichen Bedarf des neuen Bundesverkehrswegeplans bei CSU-Minister Dobrindt zu erreichen. Rossmann: „Diese ist von der Landesregierung zusammen mit Hamburg ab Pinneberg Nord bis Hamburg bereits beantragt, damit es für die nächsten konkreten Schritte klare Rechtsverhältnisse gibt.“ Diese Genehmigung steht noch aus, sei aber notwendige Voraussetzung für die umfangreichen Baumaßnahmen. „Die Autofahrer wissen aus eigener Anschauung, wie umfangreich der Neubau von Brücken, die Versetzung der Lärmschutzwände und der Umbau der Auf- und Abfahrten sind“, betont der Abgeordnete.„Wer sich die Gegebenheiten vor Ort genau ansieht, wird eher gezielte einzelne Maßnahmen befürworten, als den vermeintlichen großen Wurf einer schnellen Sechsspurigkeit.“

Ohne umfassende Umbauten sei eine durchgängige Freigabe der Standspur gerade im Bereich Pinneberg/ Rellingen auch nicht zu verantworten. „Hier liegen zahlreiche Auf- und Abfahrten eng hintereinander und das auch noch im Kurvenbereich mit den erhöhten Unfallrisiken“, warnt Rossmann. „Bei dem hohen Verkehrsaufkommen und dem starken Zufluss an Fahrzeugen sind wegen der unübersichtlichen Verkehrsverhältnisse bei einer drastisch verkürzten Auffahrt wegen der freigegeben Standspur hohe Risikolagen für Verkehrsunfälle förmlich vorgezeichnet.“ Ein Aussetzen der Standspurfreigabe und einen ständigen Wechsel von Zwei- und Dreispurigkeit hält der SPD-Mann aber auch für keine gute Lösung. Rossmann: „Ein solcher Wechsel ist die beste Voraussetzung für zusätzliche Staubildung und bringt am Ende keine Abhilfe.“ Außerdem wird dadurch die besondere Wechselspur zwischen Pinneberg Mitte und Pinneberg Süd speziell für die Gemeinde Rellingen als Ortsentlastung vollends entwertet.

Richtig sei stattdessen der Weg der Landesregierung, mit konkreten Maßnahmen den Verkehrsfluss besser zu steuern, zum Beispiel über bedarfsgerechtere Ampelschaltungen bei den Zu- und Abfahrten. Auch kann sich der Abgeordnete eine Verlängerung der Zufahrtsstreifen vorstellen, und zwar da, wo es technisch möglich ist, um die Zielverkehre nach Pinneberg, Quickborn und Halstenbek/Schenefeld schneller von der Autobahn abzuleiten. Rossmann: „Es ist ja sehr einfach für die CDU, mal eben schnell die Freigabe der Standspuren zu fordern, um damit Stimmung gegen die Landesregierung zu machen. Der sachgerechte und bessere Weg ist es, dass wir zusammen in der Region für eine Aufnahme der Sechsspurigkeit in den vordringlichen Bedarf des nächsten Bundesverkehrswegeplans und dessen Finanzierung werben und zugleich konkrete verkehrssichere und machbare Einzelmaßnahmen in Angriff nehmen. Denn mit vermeintlichen Zauberlösungen ist letztlich keinem Pendler geholfen.“