Die demokratische Gemeinschaft ist stärker!

Habe heute die Flüchtlingsunterkunft des Burgenlandkreises in Hohenmölsen in Sachsen-Anhalt besucht. Dort kümmert sich ein Freundeskreis ehrenamtlich um das Wohl der Menschen, die aus ihrer Heimat vor Krieg, Verfolgung oder bitterer Armut geflüchtet sind.

Habe heute die Flüchtlingsunterkunft des Burgenlandkreises in Hohenmölsen in Sachsen-Anhalt besucht. Dort kümmert sich ein Freundeskreis ehrenamtlich um das Wohl der Menschen, die aus ihrer Heimat vor Krieg, Verfolgung oder bitterer Armut geflüchtet sind.

Der schändliche Brandanschlag im benachbarten Tröglitz zeigt, wohin es führen kann, wenn Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit geschürt werden, weil Rechtspopulisten und Nazis die öffentliche Meinung und das Klima so vergiften, dass Wirrköpfe und Gewalttäter sich ermutigt fühlen, solche Taten zu planen und auszuführen. Es ist ausschließlich glücklichen Umständen zu verdanken, wenn es keine Schwerverletzten oder Tote gibt, das Kalkül der Täter nimmt grausame Opfer kaltblütig in Kauf. Das ist mitnichten ein spezifisch ostdeutsches Thema, auch wenn es hier besondere Rahmenbedingungen gibt. Aber Tröglitz hätte überall in Deutschland sein können: Solingen, Mölln, Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda … es gibt allzuviele traurige Beispiele aus der Vergangenheit und einen dramatischen Anstieg von Gewalttaten in der jüngsten Zeit nach den unseligen PEGIDA-Demos, Nazi-„Spaziergängen“ usw.

Gerade weil es Dummköpfe, Ewiggestrige und neue oder alte Nazis gibt, ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass sich erfreulicherweise viel mehr Menschen für Flüchtlinge engagieren! Diesen gehört unser Dank und unsere Unterstützung!

Wichtig ist auch, dass sich die Zivilgesellschaft nicht einschüchtern lässt, vor Drohungen, Druck oder dem braunen Mob niemals zurückweicht, damit nicht andere Wirrköpfe noch ermuntert werden.

Es ist nicht leicht, die eigene Heimat aufzugeben und in ein fremdes Land zu gehen, dessen Sprache man nicht spricht und dessen Kultur man nicht kennt. Wie schlimm muß es da für Flüchtlinge und gerade auch für Kinder und Jugendliche sein, wenn sie hier beschimpft und bedroht werden. Es ist unsere Pflicht, ums dagegen mit aller Entschlossenheit und der Geschlossenheit der Demokraten zur Wehr zu setzen.

Die Würde des Menschen ist unantastbar, das steht in Artikel 1 Satz 1 unseres Grundgesetzes. Das enthält unsere Verpflichtung, dem Geltung zu verschaffen und für ein weltoffenes, tolerantes, vielfältiges und menschenfreundliches Deutschland gemeinsam einzustehen.

Die Gegner der Flüchtlinge sind die Feinde unseres Gemeinwesens- sie verdienen unseren entschlossenen Widerstand – unsere Verachtung haben sie schon. Niemand kann sagen, er oder sie wüßte nicht, welche Folgen es haben kann, Brandsätze in Häuser zu werfen. Wir müssen uns aber auch um die politischen Brandsätze der AFD, Organisatoren von PEGIDA & Co. und der Naziparteien wenden. Diese führen nämlich direkt zu den Gewalttaten und deshalb darf man diese ganze miese Gemeinschaft nicht aus ihrer politischen Mitverantwortung dafür entlassen. Und den Konservativen muß man sagen: Finger weg von den ausländerfeindlichen und rassistischen Parolen, wer in diesem Sumpf wühlt, stinkt selbst und wer glaubt, daraus politisch Kapital schlagen zu können, irrt, die Rassisten und Ausländerfeinde kennen das Original. Mit AFD, PEGIDA oder NPD arbeiten Demokraten nicht zusammen, niemals!

Viele haben wieder Angst, die Gefahr ist groß, aber unsere demokratische freiheitliche Gemeinschaft ist viel stärker! Lasst uns das beweisen- immer und überall in Deutschland!

Dieser Artikel ist auch auf ralf-stegner.de erschienen.