Ein großer Verlust für ganz Deutschland

Zum Tod von Günter Grass erklärt der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion und des SPD-Landesverbandes, Dr. Ralf Stegner: "Mit Günter Grass verliert Deutschland einen der bedeutendsten Nachkriegsschriftsteller und Chronisten. Einige der wichtigsten literarischen Werke der Gegenwart stammen aus seiner Feder. Nicht zuletzt hat er sich auch als Bildhauer und Maler einen Namen gemacht. Er war ein progressiver Künstler. Als politisch streitbarer und engagierter Intellektueller und Querdenker, meinungsstark, meist provokant und oft unbequem hat er viele wichtige gesellschaftliche Debatten angestoßen; er war ein leidenschaftlicher Mahner.

Zum Tod von Günter Grass erklärt der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion und des SPD-Landesverbandes, Dr. Ralf Stegner:
„Mit Günter Grass verliert Deutschland einen der bedeutendsten Nachkriegsschriftsteller und Chronisten. Einige der wichtigsten literarischen Werke der Gegenwart stammen aus seiner Feder. Nicht zuletzt hat er sich auch als Bildhauer und Maler einen Namen gemacht. Er war ein progressiver Künstler. Als politisch streitbarer und engagierter Intellektueller und Querdenker, meinungsstark, meist provokant und oft unbequem hat er viele wichtige gesellschaftliche Debatten angestoßen; er war ein leidenschaftlicher Mahner.

Der SPD war Günter Grass immer kritisch-unterstützend verbunden. Er hat uns durch seine Beiträge zu politischen Fragen wichtige Anstöße gegeben. Das gilt insbesondere auch für die Nord-SPD in seiner Wahlheimat Schleswig-Holstein. Dafür danken wir ihm herzlich. In den anstehenden Debatten – egal, ob sie nationale oder internationale Zusammenhänge wie die Globalisierung betreffen –, in denen es doch letztlich immer um soziale Gerechtigkeit geht, wird die Stimme von Günter Grass fehlen. Politisch und literarisch ist sein Tod ein großer Verlust für Deutschland, für die Welt.“

Die Lübecker Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm sagte: „Wir trauern um einen großen Lübecker, der sich um die Hansestadt sehr verdient gemacht hat. Mit Günter Grass verlieren wir einen der bedeutendsten und weltweit bekannten Schriftsteller unserer Zeit. Er hat sich immer kritisch eingemischt und gesellschaftliche Diskussionen geprägt – auch für die deutsche Sozialdemokratie. Die SPD verliert einen leidenschaftlichen Mitstreiter, Ratgeber und Mahner, der für Demokratie, Toleranz und Frieden gestritten hat. Wir werden sein Andenken – besonders in Lübeck – bewahren. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau und seiner Familie.“

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer aus dem Wahlkreis Herzogtum Lauenburg-Stormarn-Süd ergänzt:

„Mit dem heutigen Tod von Günter Grass verliert Deutschland einen seiner bedeutendsten Schriftsteller, die SPD einen geistreichen Unterstützer und der Kreis Herzogtum Lauenburg einen seiner bekanntesten Einwohner.

Günter Grass wird fehlen. Auf verschiedensten Ebenen stritt er für eine sozial geprägte Gesellschaft. Als Schriftsteller mahnte er vor dem Vergessen und setzte sich mit der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur auseinander.

An gesellschaftspolitischen Debatten beteiligte sich Grass stets in Bezugnahme auf Werte, wie sie auch in der Sozialdemokratie verwurzelt sind. So unterstrich er auf einer gemeinsamen Veranstaltung im Bundestagswahlkampf 2013 in Lauenburg, dass gute Bildung und chancengleicher Bildungszugang Grundvoraussetzungen für Demokratien seien, womit er eine zentrale sozialdemokratische Forderung für mehr gesellschaftliche Gerechtigkeit bekräftigte.

Politisch bleibt auch der unermüdliche Einsatz in der Anti-Atomkraft-Bewegung unvergessen. So nahm Grass das Reaktorunglück in Fukushima zum Anlass, im Rahmen einer Lesung vor dem AKW Krümmel den Einfluss der Atomlobby auf die Politik anzuprangern.

Auf die Herausforderungen an eine gerechtere Gesellschaft, von der Grass ein klares Bild hatte, machte er ohne Scheu aufmerksam. Zu den größten Herausforderungen zählte Grass etwa den Klimawandel oder die Ressourcenverknappung, sowohl mit Blick auf die Energiegewinnung aber auch auf den weltweiten Zugang zu Trinkwasser.

Ich trauere um den Verlust eines beeindruckenden Denkers und Literaten, auf die eine lebendige und selbstreflektierende Gesellschaft angewiesen ist.“